Hintergrund: Die PH ist eine schwerwiegende und fortschreitende Erkrankung, für die es bislang keine kurative medikamentöse Therapie gibt. Darüber hinaus ist die PH bislang nur invasiv über eine RHK zu diagnostizieren. Aktuell gibt es in der Forschung das Bestreben, Biomarker zu identifizieren, die die Diagnose einer PH vereinfachen, den Schweregrad der Erkrankung abschätzen lassen oder eine bessere Aussage zum Krankheitsverlauf zulassen. Der Entwicklung einer PH werden Veränderungen im Gefäßsystem zugeschrieben, im Wesentlichen eine Mediahypertrophie, proliferative und fibrotische Veränderungen der Intima sowie inflammatorisch perivaskuläre Infiltrationen.Hypothese: Ang-1 und Ang-2 sind Proteine, die sowohl bei der physiologischen Entwicklung stabiler Gefäße beteiligt sind, aber auch im Zusammenhang mit Remodelling, EC-Proliferation und inflammatorischen Vorgängen genannt werden. Wir überprüften, ob signifikant erhöhte Konzentrationen der Proteine bei Patienten mit PH zu finden sind und ob sie diagnostisch, prognostisch oder zu Abschätzung des Schweregrades geeignet sind.Methoden: Plasma von 151 Patienten bei Ang-1 und 137 Patienten bei Ang-2 wurde im Labor auf die Konzentration von Ang-1 und Ang-2 untersucht und statistisch in Korrelation gesetzt zum 6-MWT und der Hämodynamik der Patienten. Weiterhin wurden die Überlebensstatistiken des Kollektivs ausgewertet. Verglichen wurde es mit Plasma von 35 Kontroll-Patienten, bei denen eine PH mittels RHK ausgeschlossen wurde.Ergebnisse: Bei Ang-1 fanden wir bei keiner der Ätiologien eine signifikante Erhöhung der Konzentration und keine Korrelation mit den Leistungs- oder Hämodynamikparametern. Es gab auch keine Korrelation mit dem Überleben der Patienten. Ang-2 hingegen war im Vergleich zu den Kontrollen signifikant erhöht bei Patienten mit CVD und PVH. Weiterhin fanden wir Korrelationen mit der Hämodynamik bei Patienten mit einer IPAH, CVD und CTEPH.Fazit: Ang-1 zeigte sich in unserer Studie ohne diagnostisches oder prognostisches Potential. Ang-2 könnte bei der Diagnose einer CVD oder PVH eine Rolle spielen. Zusätzlich scheint es ein guter Parameter zur Abschätzung des Schweregrades einer PH zu sein und ggf. als Verlaufsparameter zur Evaluation des Erfolges einer spezifischen Therapie dienen.
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