Perioperative Applikation nichtsteroidaler Antiphlogistika und der Einfluss auf die Blutungsneigung beim Hund
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Zusammenfassung
In der vorliegenden prospektiven teilrandomisierten klinischen Studie sollte untersucht werden, ob durch die nichtsteroidalen Antiphlogistika Carprofen und Meloxicam die perioperative Blutungsneigung bei Hunden beeinflusst wird. Im Rahmen der Studie wurden 76 Hunde, die sich einem orthopädischen Eingriff unterziehen mussten, untersucht. Mit Carprofen bzw. Meloxicam vorbehandelte Hunde wurden mit dem jeweiligen Medikament weiterbehandelt. Nicht vorbehandelte Hunde wurden randomisiert entweder mit Carprofen, Meloxicam oder mit Metamizol therapiert. Die Dosierung von Carprofen betrug 4 mg/kg Körpermasse einmal täglich, von Meloxicam präemptiv einmalig 0.2 mg/kg Körpermasse und danach jeden weiteren Tag 0.1 mg/kg Körpermasse einmal täglich. Die Dosierung von Metamizol betrug 50 mg/kg Körpermasse dreimal täglich. Es wurden klinische Parameter der Hämostase (kapilläre Blutungszeit, intraoperative Blutungsneigung, Wundbeurteilung) und labordiagnostische Parameter (Hämatokrit, Thrombozytenfunktionsparameter, Verschlusszeit, Aggregometrie, partielle und aktivierte partielle Thrombinzeit) erhoben. Die Erhebung der Daten erfolgte präoperativ vor der ersten Schmerzmittelgabe, vier und 72 Stunden nach der ersten Schmerzmittelgabe. Die kapilläre Blutungszeit ist unabhängig vom verabreichten Medikament bei vorbehandelten Tieren statistisch signifikant verlängert. Bei den Tieren, die nicht vorbehandelt waren, verlängert sich die kapilläre Blutungszeit postoperativ ebenfalls statistisch signifikant. Allerdings lagen alle gemessenen Blutungszeiten im vom Hersteller angegebenen Referenzbereich. Mit Caprofen bzw. Meloxicam vorbehandelte Tiere zeigen eine signifikant vermehrte intraoperative Blutungsneigung. Diese erforderte jedoch in keinem der Fälle eine therapeutische Intervention. Mit Ausnahme der Aggregometrie nach Born konnte labordiagnostisch keine signifikante Hemmung der thrombozytären Aggregationsfähigkeit durch Carprofen bzw. Meloxicam nachgewiesen werden. Eine Behandlung mit Carprofen bzw. Meloxicam führte nicht zu einem vermehrten Auftreten von Hämatomen oder Nachblutungen im postoperativen Zeitraum. Durch Metamizol kam es zu keiner Beeinflussung der primären Hämostase. Die vorliegende Studie zeigt, dass sowohl bei Carprofen als auch bei Meloxicam klinisch eine Hemmung der primären Hämostase nachgewiesen werden kann. Diese machte jedoch in keinem der Fälle weder intra- noch postoperativ ein therapeutisches Eingreifen notwendig. Sie ist somit klinisch ohne Relevanz. Eine Schmerztherapie mit nichtsteroidalen Antiphlogistika kann im perioperativen Zeitraum bei Hunden ohne schwere Allgemeinerkrankung sicher durchgeführt werden. Dies gilt sowohl für die unmittelbar präemptive Schmerzmittelgabe als auch für eine Dauertherapie mit Carprofen btw. Meloxicam prä operationem. Bei Hunden mit klinischen oder anamnestischen Hinweisen auf eine Hämostasestörung muss eine strenge Indikationsstellung für NSAIDs beachtet und sowohl Nutzen als auch Risiken einer Behandlung mit dieser Wirkstoffgruppe gegeneinander abgewägt werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2008
