Das Drei-Schluchten-Projekt und sein Einfluss auf die Hochwassersituation am Mittellauf des Yangtze

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In der vorliegenden Diplomarbeit wird eine detaillierte Betrachtung des Drei-Schluchten-Projektes angestellt, welche die Basis für eine eigene begründete Einschätzung des Projektes schafft. Die Vorteile und Ziele, welche die chinesische Regierung an den Bau des Drei-Schluchten-Staudammes knüpft, werden den Einwänden, die von Gegnern des Drei-Schluchten-Projektes geäußert werden, gegenübergestellt. Themenschwerpunkte der erfolgenden Diskussion bilden die für die Projektdurchführung notwendigen Umsiedlungen, die geomorphologischen Folgeerscheinungen und die möglichen Gefahrenquellen für den Menschen. Die Diskussion wird durch Ergebnisse unabhängiger Studien aus internationalen Fachzeitschriften ergänzt. Der Beantwortung der Frage, ob das Drei-Schluchten-Projekt die Prognose zum Schutz vor Hochwasserereignissen am Mittellauf des Yangtze erfüllen kann, wurde bisher in internationalen Veröffentlichungen wenig Beachtung geschenkt. Daher werden in dieser Arbeit eigene Berechnungen vorgestellt, die eine Beantwortung dieser Frage ermöglichen. Die Prognose zum Schutz vor Hochwasserereignissen am Mittellauf des Yangtze in dem von den Projektträgern erwarteten Maß kann nicht erfüllt werden. Dieser Einschätzung liegen Berechnungen zu Grunde, die mittels eines neu eingeführten Modells am Beispiel des Hochwasserereignisses von 1998 durchgeführt wurden. Die chinesische Regierung führt den Schutz vor Hochwasserereignissen für den Mittellauf des Yangtze meist als wichtigstes Argument für den Bau des Drei-Schluchten-Staudammes an. Zwar können Hochwasserwellen aus dem Oberlauf gekappt werden, der häufiger auftretenden Hochwasserproblematik, die aus Starkregenereignissen im Einzugsgebiet des Yangtze-Mittellaufes resultiert, kann mit dem Drei-Schluchten-Projekt jedoch nicht effektiv entgegengewirkt werden. Bei einer Gesamtbetrachtung wird deutlich, dass die Hochwasserschutzfunktion als Argument für die Durchführung des Drei-Schluchten-Projektes weniger überzeugend ist, als das der Erzeugung von Hydroenergie, welches meist als zweitwichtigstes Argument angeführt wird. Diese wird sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung Zentralchinas auswirken und die Energieversorgung der prosperierenden Küstenstädte (insbesondere Shanghais) sicherstellen. In vielen Studien wird betont, dass die positiven Folgen des Projektes sich größtenteils auf den Raum flussabwärts des Staudammes beschränken, negative Folgeerscheinungen jedoch ausschließlich im Bereich um den Stausee auftreten werden. Diese Einschätzung ist zwar nicht falsch, sollte jedoch ein wenig entschärft werden. Die zur Durchführung des Projektes notwendigen Umsiedlungen mit den gesamten problematischen Folgen beschränken sich selbstverständlich auf den Bereich des Stausees. Doch auch für die Region um den zukünftigen Stausee sind positive Folgen zu erwarten. Das Vorhandensein von elektrischer Energie und die verbesserte Schiffbarkeit des Yangtze werden der bezirksfreien Stadt Chongqing weiteres wirtschaftliches Wachstum ermöglichen. Für große Teile der in den rural geprägten gebirgigen Kreisen lebenden landwirtschaftlichen Bevölkerung wird das Leben nach der Aufstauung nicht einfacher werden. Das Hinschauen insbesondere aus dem Ausland wird die chinesische Regierung hoffentlich veranlassen, eine sich ausbreitenden Armut zu verhindern. Die Folgen der Durchführung des Drei-Schluchten-Projektes sind zu komplex, um einen eigenen Standpunkt einzunehmen, der dieses ausschließlich begrüßt oder ablehnt. Es ist von großer Bedeutung, dass das auch nach der Fertigstellung des Staudamms immer noch verbleibende Hochwasserrisiko nicht unterschätzt wird. Eine Unterschätzung könnte für den Mittel- und Unterlauf des Yangtze katastrophale Folgen mit sich bringen. Man darf darauf hoffen, dass die gewonnene Hydroenergie zu einer weiteren positiven wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt und den Wohlstand fördert.

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