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Zur Psychobiologie der analytischen Beziehung : Komparative Einzelfallstudie zur Untersuchung von Cortisol und Sekretorischem IgA im Saliva als Prozessparameter der 4-stündigen Psychoanalyse

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Die vorliegende Studie untersucht den psychobiologischen Effekt der Psychoanalyse in ihrem vierstündigen Setting. Über eine Periode von fünf Wochen hinweg wurden 20 aufeinanderfolgende psychoanalytische Sitzungen evaluiert, wobei zwei Patienten und ihre korrespondierenden Analytiker involviert waren. Aufbauend auf einer orientierenden Vorstudie, wurden vor und nach jeder Stunde Salivaproben entnommen und auf Cortisol im Saliva (S-Cortisol) sowie auf sekretorisches Immunglobulin A im Saliva (S-IgA) untersucht. Beide Parameter sind im ambulanten, naturalistischen Therapierahmen leicht zugänglich und für psychobiologische Studien gut validiert. Parallel zur Entnahme der Salivaproben mit der Sarstedt SalivetteR füllten die Probanden zur Befindlichkeitsanalyse einen Fragebogen mit den 3 Stimmungsdimensionen Valenz, Erregung und Dominanz aus (Self-Assessment-Manikin, SAM). Es resultierten vier Zeitreihen (mit insgesamt 80 Differenzwerten, entsprechend n=160 Beobachtungszeitpunkten), die mit Hilfe der 'Pooled Time Series Analysis' (PTSA) auf signifikante Mittelwertunterschiede und auf Setting-mediierte Rhythmen untersucht wurden. Bezogen auf alle Sitzungen und Probanden fiel die S-Cortisol-Konzentration durch die analytische Arbeit ab und die S-IgA-Konzentration stieg an. In beiden analytischen Dyaden konnte ein signifikanter Rhythmus innerhalb des vierstündigen Settings beobachtet werden. Beim Untersuchungspaar 1 war dies bei Patient und Analytiker mit einem Anstieg des S-Cortisols in Sitzungen 2 und 3 der Woche verbunden, während dieser Parameter in den Sitzungen 1 und 4 abfiel. Beim Untersuchungspaar 2 stiegen die S-IgA-Werte in den mittleren Sitzungen beim Analytiker an, während sie beim Patienten abfielen, jeweils im Vergleich zu den Sitzungen am Wochenrand. Die S-IgA-Differenzen konnten außer durch das Setting folgendermaßen vorausgesagt werden: S-Cortisol-Anstieg korreliert mit S-IgA-Abfall und umgekehrt, Zunahme der Erregung korreliert mit S-IgA-Anstieg und umgekehrt, Anstieg im Dominanzgefühl korreliert mit S-IgA-Zunahme und umgekehrt. Psychoanalyse könnte also einen psychobiologischen Einfluss auf beide, Patienten und Analytiker, ausüben, im Sinne eines immun-protektiven und stress-reduzierenden Effekts. Außerdem spielen dabei möglicherweise Setting und klinisches Bild eine ausschlaggebende Rolle. 'Versteinerte', somatisierende Patienten dürften von dem engen Zeitgitter der 4-stündigen Psychoanalyse profitieren, während dieses Setting psychosomatische Patienten mit ausgeprägter Angst vor zwischenmenschlicher Nähe überfordern und so eine Schwächung der immunologischen Kompetenz zur Folge haben könnte.

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