Krebstiere (Crustacea) Biologie, Vorkommen, Haltung und Erkrankungen, sowie ihre Bedeutung als Zootierobjekte und Lebensmittelressourcen : eine Literaturstudie

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Crustaceen stellen nicht nur eine biologisch interessante Tiergruppe dar, sondern erlangen aufgrundihrer Haltung in Zoos und durch ihre Nutzung als wichtige Lebensmittelquelle ein immergrößer werdendes Interesse. Gerade in den letzen Jahren gab es eine enorme Informationsflutüber Erkrankungen bei Crustaceen. Dies wurde als Anlass genommen, das heutige Wissen ineiner Abhandlung zusammenzufassen. Die Literaturstudie wird durch eine systematische zoologische und lebensmitterelevante Einteilungder Gruppe der Crustacea eingeleitet. Anschließend werden anatomische und physiologische Besonderheiten erarbeitet und innerhalbder Gruppe der decapoden Crustacea verglichen. Besonderes Augenmerk verdienten hierbei dievergleichende Atmungsphysiologie und die Physiologie der Osmoregulation bei Krebsen, dieim Süßwasser, im Salzwasser und an Land leben. Der folgende Abschnitt der Arbeit befasst sich mit der Immunologie bei Crustaceen und gehtspeziell auf das Prophenoloxidasesystem ein. Das Kapitel Erkrankungen der Crustacea liefert einen Überblick über die wichtigsten Mikroorganismen,wie Bakterien, Viren, Pilze und Algen, und über metazoische Parasiten, die sowohlbei Süß- als auch bei Salzwassercrustaceen vorkommen. Wichtige diagnostische Verfahren undprohylaktische und/oder therapeutische Methoden werden erwähnt. Bakterielle Infektionen scheinen in den meisten Fällen opportunistischer Art zu sein, diedurch Stresseinwirkung aus einer Latenzphase in eine klinische Phase übergehen. Meist handeltes sich dabei nicht nur um einen einzelnen Erregertypus, sondern um ein multifaktorielles Geschehen,das den Organismus schädigt. Eine größere Bedeutung kommt jedoch mittlerweile den viralen Erkrankungen zu. Aufgrundder in den letzten Jahren gestiegenen Nachfrage nach Produkten aus dem Seafood -Bereich kam es zu einer intensiven Haltung von Crustaceen in Aquakulturen, die von Viruserkrankungennicht verschont blieben. Gerade in den letzten Jahren wurden immer neue durchViren bedingte Erkrankungen bei Krebstieren beschrieben, die nicht zuletzt massive Einbußenin kommerziellen Anlagen verursachten. Oft sind Therapien bei viralen Erkrankungen nutzlos,so dass auf prophylaktische Maßnahmen zurückgegriffen werden muss. Mykosen sind vor allem durch die Krebspest bekannt geworden. Den Pilzerkrankungenwird daher ein eigener Abschnitt gewidmet, in dem die Ätiologie, Verbreitung, Klinik, Pathogenese,Diagnose und Therapie der jeweiligen Mykose behandelt werden. Neben Aphanomycesastaci, dem Erreger der Krebspest, werden Schimmelpilzerkrankungen, die Brandfleckenerkrankungund Infektionen mit Saprolegnia-Arten beschrieben. Bei den protozealen Erkrankungen werden Infektionen mit Mikrosporidien, Flagellatenund Ciliaten erwähnt, wobei die bedeutendste Erkrankung wohl die Porzellankrankheit durchThelohania contejani zu sein scheint, da sie neben dem Edelkrebs auch Shrimps befällt. Metazoische Parasitosen werden durch Plathelminthen (Turbellarien, Trematoden, Cestoden),Nemathelminthen und Anneliden verkörpert, die jedoch bis auf wenige Ausnahmen als Kommensalenauftreten. Arthropoden treten in Form von Muschelkrebsen auf, die den Kiemenkammernaufsitzen und so durch Störung der Kiemenfunktion Schaden anrichten können. Nebenbeidienen sie ebenfalls als Vektor für digene Trematoden. Der Abschnitt Decapoda befasst sich mit einzelnen decapoden Spezies, die sowohl als LebensmittelVerwendung finden (Callincets sapidus, Homarus-Arten, Macrobrachium rosenbergii,Shrimps), als auch als Schädlinge vorkommen (Eriocheir sinensis, Carcinus maenas)oder von besonderem biologischen Interesse sind (Birgus latro). Ihre spezielle Biologie, ihrVorkommen und ihre Ansprüche an Haltung und Vermehrung werden beschrieben, so dassdieses Kapitel im Zusammenhang mit den Teilen Physiologie und Anatomie des ersten Kapitels,in dem die hier erwähnten Decapoden bereits hinsichtlich ihrer anatomischen und physiologischenBesonderheiten dargestellt wurden, steht. In einem gesonderten Kapitel, Lebensmittelkundliche und -hygienische Aspekte bei der Verwendungvon Krebstieren als Lebensmittel , werden zunächst gesundheitliche Gefahren, diebeim Verzehr von Krustentieren enstehen können, beschrieben. Zu diesen Gefahren zählen inerster Linie Erreger mit zoonotischem Potential, die sich bei den Bakterien (beispielsweise Escherichiacoli, Salmonellen, Vibrionen und andere Bakterien), bei den Viren (beispielsweiseNoroviren) oder bei den Parasiten (beispielsweise Paragonimus westermani) wiederfinden.Zudem wird auf Rückstände in Form von Antibiotika, Pestizide und Schwermetalle hingewiesen.Toxine in Krebsen, die sich durch Aufnahme im Krebskörper akkumulieren und so Bedeutungfür den Konsumenten erlangen können, werden kurz abgehandelt. Mikrobiologische Anforderungen an Krebstiere, die als Lebensmittel verwendet werden, werdentabellarisch aufgelistet. Im Kapitel Eigene Auswertung werden an crustaceenhaltende Einrichtungen versendete Fragebögenmit Fragen zur Haltung, Fütterung und Krankheiten ausgewertet und Vorschläge zuTherapien von Krankheiten den Angaben aus der wissenschaftlichen Literatur gegenübergestellt.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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