Vergleichende molekularepidemiologische Studie porciner und humaner MRSA in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Antibiotikaresistenzen
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Zusammenfassung
Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) ist als ein wichtiges Pathogen in der Humanmedizin und als Erreger nosokomialer Infektionen bekannt. Seit wenigen Jahren liegt auch in der Veterinärmedizin der Fokus auf der Untersuchung und Verbreitung von MRSA in der Tierhaltung. So tritt MRSA der klonalen Linie ST398 dominant bei Schweinen auf. Das Ziel der vorliegenden Studie bestand darin, die Antibiotikaresistenzen von primär HAMRSA und LA-MRSA miteinander zu vergleichen. Es galt zu eruieren, inwiefern sich die beiden Gruppen in ihrer Antibiotikaresistenz unterscheiden und eine Gefährdung der Wirksamkeit der in der Humanmedizin genutzten Reserveantibiotika angenommen werden muss. Auf Basis der Genotypisierung sollte ferner aufgezeigt werden, ob eine Ausbreitung von LA-MRSA ausgehend vom Schwein und den mit diesen arbeitenden Personen in das Krankenhaus hinein stattgefunden hat und wenn ja, in welchem Umfang.Es wurden Nasentupferproben von Schweinen, beruflich exponierten Personen und Umgebungsproben auf 27 landwirtschaftlichen Betrieben in vier Bundesländern gesammelt. Um einen Vergleich der unterschiedlichen Reservoire zu ermöglichen, wurden MRSA-Isolate von Krankenhauspatienten des Heidelberger Universitätsklinikums mit in die Studie einbezogen. Die Tupfer- und Staubproben wurden auf Columbia 5% Schafblutagar und auf Chromoagar II (Fa. BD) ausgebracht. Sie wurden für 24h bei 36° C inkubiert. Das Wachstum von S. aureus wurde mit Staph.Plus-Test (Fa. BIO-RAD) und MALDI-TOF MS (Fa. Bruker Daltonik) bestätigt. Die Resistenzuntersuchung wurde mit VITEK 2 (Fa. bioMerieux) und Agardiffusionstest durchgeführt. Die anschliessende Genotypisierung ausgewählter Isolate erfolgte mit dem MicroArray-System (Fa. Alere Germany).Die wesentlichen Ergebnisse der Studie stellen sich wie folgt dar: Es konnte in 85% der untersuchten Betriebe das Auftreten von MRSA nachgewiesen werden. Insgesamt waren 50% der Tierproben, 57% der Umgebungsproben und 60% der beprobten Personen mit Schweinekontakt MRSA-positiv. Die Genotypisierung der ausgewählten Isolate aus dem Schweinesektor ergab stets den LA-MRSA CC 398. Es fand somit kein Eintrag von CA-MRSA oder HA-MRSA in die Stallungen statt. Dem entgegengesetzt wurde in vier Fällen LA-MRSA CC 398 aus Proben von Krankenhauspatienten isoliert. In der Gruppe der Krankenhauspatienten dominierte die MRSA-Subgruppe der HA-MRSA. Im Hinblick auf die Antibiotikaresistenzen und auch die für diese codierenden Resistenzgene wurden z.T. sehr deutliche Unterschiede in den porcinen und humanen MRSA-Isolaten festgestellt. Die porcinen Isolate waren durch 100% Tetrazyklinresistenz, 50% Trimethoprimresistenz und 20% Aminoglycosidresistenz gekennzeichnet. Die humanen Patienten-Isolate hingegen wiesen mit 81% eine stark ausgeprägte Fluorchinolonresistenz auf. Beide Gruppierungen zeigten mit über 70% Verbreitung deutliche Makrolid/Lincosamidresistenzen. Allerdings wiesen die humanen Isolate eine insgesamt breitere Wirkstoffresistenz auf. In beiden MRSA-Reservoiren konnten bis auf eine einzelne Mupirocinresistenz bei einem Krankenhauspatienten keine Resistenzen hinsichtlich der als Reserveantibiotika klassifizierten Wirkstoffe nachgewiesen werden.Das humane und das porcine MRSA-Reservoir unterscheiden sich somit deutlich voneinander. Dies trifft sowohl auf die vorliegenden Antibiotikaresistenzen und den mit diesen in Verbindung stehenden Resistenzgenausstattung zu, als auch auf die jeweils nachgewiesenen stark unterschiedlichen klonalen Linien. Obwohl auch ein Eintrag von LAMRSA aus dem Schweinereservoir in das Krankenhaus nachgewiesen werden konnte, zeigt die Resistenzlage der HA-MRSA keine Einflussnahme durch die LA-MRSA.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : http://www.dvg.net/ DVG Service
