Hand-Dermatosen - Müssen psychologische Faktoren bezüglich Ätiologie und Therapie in Betracht gezogen werden ?

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Die Ätiologie der Handdermatosen muß als sehr heterogen angesehen werden. Zudem sind psychologische Einflüsse bezüglich Schwere und Verarbeitung der Erkrankung bislang nur selten Gegenstand näherer Betrachtung gewesen. Das Ziel dieser Arbeit war der Versuch, Antworten auf die Frage zu erhalten, inwiefern Streß und subjektiv empfundene Streßreagibilität Einfluß auf Patienten mit Handdermatosenunterschiedlicher Genese nehmen kann. An der Untersuchung nahmen 115 Patienten mit Handdermatosen (w=61, m=54) teil, welche einer der vier Diagnosegruppen Atopische Dermatitis (n=14), Psoriasis (n=26), Kontaktekzem (n=42) sowie Dyshidrose (n=33) zugeordnet wurden. Die Gruppe der Patienten mit atopischer Dermatitis wurde im Laufe der Untersuchung aufgrund starker Abweichungen in verschiedenen Merkmalen zu den anderen Gruppen von den statistischen Berechnungen ausgeschlossen, so daß nur die verbleibenden 101 Probanden auch auf die Symptomgruppen, die aufgrund der Epicutantestergebnisse sowie der empfundenen Streßreagibilität gebildet wurden, verteilt wurden. Die Patienten unterliefen dermatologische (Methoden zur Diagnosesicherung, Erlanger Atopie Score EAS), allergologische (Epicutantest) und testpsychologische Untersuchungen (Visuelle Analog Skala VAS, Allgemeine Depressions Skala ADS, Fragebogen auf Lebensereignisse SRRS, Fragebogen zu Aggressivitätsfaktoren FAF und Marburger Hautfragebogen MHF). Untergruppen von Streß-Respondern wurden im Vergleich zu Non-Streß-Respondern untersucht. Circa 47,5% aller Patienten mit Handdermatosen waren überzeugt, daß Streß den Verlauf ihrer Erkrankung beeinflußt. ANOVA (Untersuchungen zur Varianzanalyse) zeigen, daß die subjektiv empfundene Streßreagibilität (Streß-Responder) positiv mit höheren Schweregraden, höherem Juckreiz, Depressionsscores und einflußnehmenden Lebensereignissen korreliert. Streß-Responder waren zum Zeitpunkt der Untersuchung jünger und auch der Zeitpunkt der Erstmanifestation war im Vergleich zu den Non-Streß-Respondern früher. In den Skalen des Marburger-Hautfragebogens erreichten insbesondere jene Streßresponder signifikant höhere Werte bezüglich Juckreiz, Juckreiz-Kratz-Zirkel, Hilflosigkeit und Informationssuche, die zugleich ein negatives Epicutantest-Ergebnis aufwiesen. Die vorliegende Studie konnte Belege erbringen, daß psychologische Einflußfaktoren in der Entscheidungsfindung zur Behandlung von Patienten mit Handdermatosen, unabängig von der zugrundeliegenden Genese, bedacht werden sollten. Insbesondere Streß-Responder mit negativem Epicutantest-Ergebnis scheinen einen erhöhten Bedarf einer adjuvanten psychosozialen Betreuung zu haben.

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