Es wurden psychische únd physische Reaktionen auf Aggressionsinduktion und serotonerge Stimulation durch einen Serotonin(-5HT1a)-Agonisten (Ipsapiron)an Gesunden untersucht, die nach hoher und niedriger Psychotizismusneigung unterteilt wurden. In einer randomisierten Doppelblindstudie wurden 40 Männer in Gruppen mit und ohne Aggressionsinduktion und mit serotonerger Stimulation und Placebogabe eingeteilt, post hoc erfolgte die Unterteilung in hoch- und niedrig-P-Gruppen nach den EPQ-R-Fragebogen. Als abhängige Variable wurden psychologische Befindlichkeitsmaße und ein Verhaltensmaß sowie Herzfrequenz und Elektordermale Aktivität (EDA) ermittelt. Die Aggressionsindukton erfolgte in einer Variante des Spieles Master-Mind und wurde durch eine Wettkampfsituation mit Hilfe eines Konföderierten des Versuchleiters über verbale Provokation und Lärmstöße erzeugt, die in Lautstärke und Intensität im Verlauf des Spiels zunahmen. Der Proband erhielt eine vorher in Aussicht gestellte Gewinnprämie nicht, da er planmäßig nicht gewinnen konnte. Die statistische Auswertung erfolgte über mehrfaktorielle Kovarianzanalysen mit Messwiederholungen.
Die psychischen Reaktionen zeigten, daß die Aggressioninduktion erfolgreich war. Aggressionsinduktion führte zu einem Anstieg der Herzfrequenz, nicht jedoch zu einer Veränderung der EDA. Die erwartete aggressionsmildernde Wirkung der serotonergen Stimulation konnte bei den psychischen Reaktionen nachgewiesen werden, beeinflussten die physiologischen Reaktionen aber nicht signifikant. Die Unterschiede zwischen den hoch- und niedrig-P-Probanden zeigten sich uneinheitlich. Der Grund hierfür scheint unterschiedliches Ansprechen auf die verschiedenen Komponenten der Aggressionsinduktion (Provokation und Lärmstösse) zu sein. Insgesamt fällt die Raktion auf die serotonerge Stimulation in der hoch-P-Gruppe schwächer aus. Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass aus technischen Gründen die Aufzeichnung der physiologischen Parameter erst 35 Minuten nach Medikamenteneinnahme erfolgen konnte und daher möglicherweise bereits eingetretene frühere Wirkungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
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