Einführung eines Patientenaufnahmescreenings nach MRSA an einem Universitätsklinikum

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Nosokomiale Infektionen gehören in Deutschland zu den häufigsten Komplikationen medizinischer Behandlung. Staphylococcus aureus mit einem zunehmenden Anteil von MRSA ist dabei einer der wichtigsten Verursacher. Niedrige MRSA-Raten in den Niederlanden und Skandinavien zeigen, dass konsequente MRSA-Präventionsstrategien die Verbreitung verhindern können. Basis der Transmissionkontrolle im Krankenhaus ist die frühzeitige Erkennung von MRSA durch Screeninguntersuchungen bei Aufnahme des Patienten. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Beschreibung und Bewertung des MRSA Aufnahmescreening-Procedere am Universitätsklinikum Gießen. Im Mittelpunkt stehen die Umsetzung des Screenings, die Evaluation von MRSA Häufigkeiten in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, Abteilungen und ausgewählten Risikofaktoren sowie mögliche Effekte auf die Häufigkeit nosokomialer MRSA-Nachweise. Im Jahr nach Einführung des Screenings wurden 17,9% mehr MRSA-Fälle nachgewiesen als im Jahr davor (270 versus 229 Patienten). Der Anteil nosokomialer MRSA-Nachweise ging im selben Zeitraum von 93% auf 56,7% zurück. Die Zahl der Screeninguntersuchungen ist im Verlauf der Studie monatlich gestiegen aber ein hoher Anteil von Patienten mit Risikofaktoren wurde nicht untersucht. Die Risikofaktoren Aufnahme aus dem Pflegeheim und MRSA in der Anamnese zeigten ein signifikant erhöhtes Risiko für eine MRSA-Besiedlung. Für die übrigen ausgewählten Risikofaktoren ergab sich kein signifikantes Risiko. Bei der Wahl des Abstrichortes stellte sich eine Kombination aus Nasen- und Rachenabstrich sowie eventuell vorhandener Wunde als sicherste Methode für den MRSA-Nachweis dar. Die Evaluation von nicht untersuchten Risikofaktoren mit bessern Vorhersagewerten sollte Gegenstand weiterer Untersuchungen sein. Kritisch stellte sich vor allem die unvollständige Umsetzung des Screenings dar. Die Einbindung des Screenings in einen Routineprozess könnte dieses Defizit verbessern. Nach aktuellem Wissensstand sind durch MRSA-Screening niedrigere nosokomiale MRSA-Raten und dadurch eine Reduktion von MRSA-Infektionen sowie ein ökonomischer Vorteil zu erwarten.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform