Die Aortenklappenstenose (AS) ist in den industrialisierten Ländern das am häufigste therapierte Herzklappenvitium. Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung nimmt ihre Inzidenz in der westlichen Welt rapide zu. Eine frühzeitige Therapie ist essentiell, da die Erkrankung unbehandelt mit einer schlechten Prognose einhergeht. Bis vor einigen Jahren verblieben viele Patienten ohne adäquate Therapie, da das hohe Lebensalter sowie Begleiterkrankungen ein hohes Operationsrisiko mit sich brachten und der operative Klappenersatz jedoch die einzige kurative Behandlungsoption darstellte. Mit der transkathetergestützten Aortenklappenimplantation (TAVI) steht seit einigen Jahren auch Patienten mit hohem und intermediärem Operationsrisiko eine alternative Therapie zur Verfügung.Bisher werden insbesondere die klinische Einschätzung, Kenntnisse über bestehende Begleiterkrankungen und etablierte Risikoscores genutzt, um Patienten zu identifizieren, die am ehesten von einer TAVI profitieren könnten. Eine präzise, individuell auf den Patienten abgestimmte Risikostratifizierung besteht bisher jedoch noch nicht. Eine zusätzliche Messung von Biomarkern könnte zu einer optimierten Risikostratifizierung beitragen. Bis auf die natriuretischen Peptide gelang den meisten neuen Biomarkern der Durchbruch in die klinische Praxis allerdings noch nicht, da sie keine eindeutige Überlegenheit für die Risikostratifizierung und Diagnostik im Vergleich zum konventionellen Vorgehen geboten haben.Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Rolle der prä- und postprozedural gemessenen Biomarkern Galectin-3 und BNP für die Risikostratifizierung im Rahmen einer TAVI zu analysieren. Hierfür wurden TAVI-Patienten in eine Registerstudie eingeschlossen. Die Analyse der Patienten, Prozedur- und Biomarkerdaten zeigte, dass alleinig BNP am 3. Tag nach TAVI als unabhängiger Risikofaktor für die Mortalität fungiert und in seiner prognostischen Aussagekraft dem präprozedural gemessenen BNP, dem Galectin-3, sowie den bestehenden Risikoscores und darüber hinaus der Kombination mit dem STS-Score überlegen ist. Im Vergleich zu BNP zeigte Galectin-3 keine unabhängige Mortalitätsprädiktion und war in einer Gegenüberstellung dem BNP hinsichtlich der Verwendung einer möglichen Risikostratifizierung von TAVI-Patienten unterlegen.Die Integration dieser Ergebnisse in den klinischen Alltag kann zur Entwicklung eines neuen Algorithmus beitragen, indem prä- und postprozedural gemessenes BNP zusätzlich zur präprozeduralen Berechnung des Risikoscores zur Abschätzung des Risikos im Verlauf von einem Jahr nach TAVI herangezogen werden könnte.Inwieweit dieser Algorithmus eine Verbesserung des Managements von Hochrisikopatienten mit möglicherweise Mortalitätsreduktion im Verlauf nach TAVI darstellt, muss in prospektiv randomisierten Studien getestet werden.
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