Die heparininduzierte Thrombozytopenie Typ 2 ist eine lebensbedrohliche Nebenwirkung nach der Heparinapplikation, welche ein sofortiges Handeln und sichere Diagnostik erfordert. Hierzu wurde ein spezieller Lateral-Flow-Immunoassay entwickelt, welcher schnell und zuverlässig das Vorliegen der HIT Typ 2 überprüfen soll. Die Testvalidierung in vorliegender Arbeit in zwei Testphasen zeigte eine hohe Testsensitivität und einen negativ prädiktiven Wert von 1, was einen zeitnahen Erkrankungsausschluss gewährleistet und kostenintensive Folgeuntersuchungen einspart. Es ließen sich stabile Resultate in Präzisions- und Stabilitätsprüfungen nachweisen, was den Rückschluss auf dauerhaft verlässliche Testergebnisse zulässt. Die Schnelligkeit und Einfachheit der Testdurchführung ist, in Hinblick auf etablierte Verfahren, deutlich positiv zu bewerten, insbesondere in der individuellen Durchführbarkeit für jede einzelne Probe (Random-Access-Testing). In Zusammenhang mit dem klinischen Erscheinungsbild der HIT Typ 2 (4T-Score) zeigte sich eine hohe Übereinstimmung der Testergebnisse. In Hinblick auf die einzelnen Testreagenzien (EDTA-Vollblut, Serum, Citratplasma) liefert EDTA-Vollblut im Vergleich keine sicheren Ergebnisse, wobei Plasma und Serum quasi äuquivalent einzusetzen sind. Die Potentialmessung des PoC-Scanners scheint eng mit dem visuellen Testergebnis zu korrelieren, ist aber in Bezug auf den elektronischen Grenzwert in weiteren Testungen zu überprüfen. Zusammenfassend ist der Lateral-Flow-Immunoassay ein kostengünstiges und schnell durchzuführendes Testverfahren um eine heparininduzierte Thrombozytopenie Typ 2 sicher auszuschließen und bei positivem Resultat weiterführende Diagnostik einzuleiten.
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