Experimentelle Modulation der Aktivierung CMV-spezifischer T-Zellen in Anwesenheit von mesenchymalen Stromazellen und professionellen antigenpräsentierenden Zellen
Mesenchymale Stromazellen (MSC) werden aufgrund ihrer Immunmodulations- und Differenzierungsfähigkeit in einer Vielzahl von Studien erforscht und bieten klinisch eine Therapieoption der steroidrefraktären akuten Transplantatabstoßung (aGVHD) (Wolff et al. 2013). Derweil wurden vermehrt heterogene Ergebnisse in der Art der Beeinflussung des Immunsystems durch MSC in vitro sowie in vivo publiziert. Hierzu diskutierte Gründe stützen sich auf die Varianz von Kulturbedingungen, Zytokinmilieus und Aktivierungszuständen anwesender Zellen.Die vorliegende Arbeit liefert neue Erkenntnisse über die Modulation der Aktivierung CMV-spezifischer T-Zellen durch MSC in Anwesenheit professioneller antigenpräsentierender Zellen und Toll-Like Rezeptor-Liganden. So war es möglich, eine Erhöhung des Anteils aktivierter CMV-spezifischer T-Zellen in Anwesenheit des TLR 9 Liganden CpG-ODN M362 durch MSC nachzuweisen. Dabei gelang eine nennenswerte Aktivierung der CD8+ T-Zell-Subpopulation, insbesondere in Co-Kultur mit allogenen PBMC. CpG-ODN M362 zeigte sich dabei als ausschlaggebender Faktor, ohne den selbst keine überwiegend pro-inflammatorische Modulation demonstriert werden konnte. Durch Erhöhung des MSC Anteils in PBMC-MSC Co-Kulturen von 100:1 auf 10:1 stellte sich trotz des Vorhandenseins von CpG-ODN M362 ein hemmender Effekt auf die Aktivierung CMV-spezifischer T-Zellen ein. MSC scheinen somit in größeren Mengen eher anti-inflammatorisch zu wirken.Als bedeutend für den Einfluss der MSC zeigte sich eine kleine Population der DC, die mDC2. Sie scheinen einer möglichen Hemmung der Aktivierung CMV-spezifischer CD8+ T-Zellen entgegenzuwirken, insofern als diese MSC-Fähigkeit durch die Abwesenheit der mDC2 gestärkt wird. Einen vergleichbaren Effekt wie die Entnahme der mDC2 wurde durch die Zugabe des TLR 3 Liganden Poly I:C hervorgerufen, dessen Hinzugabe eine hemmende MSC-Wirkung nahezu aufhebt.Des Weiteren wurde in der vorliegenden Arbeit abgebildet, dass eine MSC-Linie das Immunsystem nicht per se in eine bestimmte Richtung beeinflusst, die Richtung vielmehr abhängt von der Konstellation mit weiteren anwesenden Zellpopulationen. Zusammenfassend demonstriert diese Arbeit einen pro-inflammatorischen Einfluss von MSC auf die Aktivierung CMV-spez. T-Zellen in Anwesenheit von CpG-ODN M362. Die Interaktion mit TLR-Liganden sowie weiteren Zellpopulationen erscheint für die Richtung als auch Stärke der MSC-Modulation von ausschlaggebender Bedeutung (Collin & McGovern 2013).
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