Neuropsychologische Effekte der Koronararterienbypass-Operation unter Einsatz von Mikroembolie-Filtern

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Intraoperative Mikroembolien gelten als Ursachen für neuropsychologische Veränderungen nach Koronararterienbypass-Operationen. Zur Neuroprotektion soll eine dynamic bubble trap (DBT) Gasblasen aus der Herz-Lungen-Maschine entfernen und zerebrale Mikroembolien reduzieren. Embol-X-Aortenkanülen sind mit einer Fangvorrichtung ausgestattet, um arteriosklerotische Plaques von den hirnversorgenden Arterien abzuschirmen. In dieser randomisierten Studie wurden eine DBT-Gruppe (n = 50) und eine Embol-X-Gruppe (n = 43) mit einer gemeinsamen Referenzgruppe (n = 50) ohne Filter verglichen. Die Patienten wurden vor sowie drei Monate nach elektiver Koronararterienbypass-Operation mit einer umfangreichen neuropsychologischen Testbatterie und mit einer verkürzten Testung zwei bis vier Tage postoperativ untersucht. In der Magnet-Resonanz-Tomografie wurde postoperativ nach frischen ischämischen Läsionen gesucht. Neurodestruktionsmarker S100B und NSE wurden analysiert. Während der Operation lief eine transkranielle dopplersonografische Aufzeichnung zur Bestimmung der zerebralen Mikroembolisation (MES). Intraoperativ konnte die MES-Gesamtanzahl in der DBT-Gruppe verglichen mit der Kontrollgruppe reduziert werden (z = -2,079; p = 0,019, einseitig), nicht jedoch in der Embol-X-Gruppe (z = -0,483; p = 0,315). Frische ischämische Läsionen wurden zu 13,6% festgestellt. Alle Gruppen verschlechterten sich kurzfristig in allen kognitiven Testbereichen im Vergleich zur Ausgangsuntersuchung (p < 0,001). S100B korrelierte mit frühen Beeinträchtigungen. Drei Monate später zeigte die DBT-Gruppe im Vergleich mit den Kontrollen bessere Ergebnisse in zwei kognitiven Bereichen: Exekutivfunktionen (Buchstaben-Interferenz-Test aus dem Syndromkurztest: t = 2,525; p = 0,007, einseitig) und verbales Gedächtnis (Listenlernen aus dem Verbalen Lern- und Merkfähigkeitstest: t = 2,420; p = 0,009, einseitig). Die Embol-X-Gruppe zeigte keine besseren Ergebnisse. Alle Gruppen waren in den meisten Gedächtnistests auch drei Monate postoperativ beeinträchtigt verglichen mit Baseline (p < 0,001). Beurteilung: Gedächtnisverschlechterungen stellen Nebenwirkungen der Koronararterienbypass-Operation dar. Zerebrale Mikroembolien, sowohl gasförmiger als auch solider Natur, sind mit neuropsychologischen Beeinträchtigungen verbunden. Kein Filterverfahren schützt vollständig neuroprotektiv. Die Reduktion von Gasblasen aus der HLM trägt jedoch zu besseren neuropsychologischen Ergebnissen bei. Depression und Angst erklären postoperative Verschlechterungen nicht. Beeinträchtigungen sind mit höherem Alter, zerebrovaskulären Risikofaktoren, thorakaler Aortenarteriosklerose und zerebralen Vorschäden assoziiert.

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Erstpublikation in

Eur Heart J, 2009, doi:10.1093/eurheartj/ehp178

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