Temporomandibuläre Dysfunktionen bei Zahnmedizinstudenten unter besonderer Berücksichtigung der Okklusion

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Untersucht wurden 118 konsekutive zahnmedizinische Erstsemester (52 Frauen, 66 Männer) im Alter von 19 bis 32 Jahren. Ziel der Studie war es, zu ermitteln, ob bei jungen Erwachsenen Zusammenhänge zwischen der Okklusion und temporomandibulären Dysfunktionen (TMD) existieren. Für die Untersuchung standen von jedem Probanden ein Anamnesefragebogen, ein klinischer Untersuchungsbogen (Allgemeine Intraorale Untersuchung, Manuelle Funktionsanalyse und Funktionelle Okklusionsanalyse) sowie kieferorthopädische Situationsmodelle zur Verfügung. Bei der Studie wurden folgende Resultate ermittelt: Jeweils rund 2/3 der Probanden gaben mindestens ein anamnestisches TMD-Symptom (62,7%) an bzw. wiesen Funktionsstörungen unterschiedlichen Ausprägungsgrades (64,4%) auf. Anamnestische Beschwerden wurden von Frauen signifikant häufiger angegeben als von Männern. Anamnestische myalgische Beschwerden, Knack- und Reibegeräuschen sowie Kiefergelenkschmerzen traten vermehrt bei gleichzeitigem Vorliegen sagittaler, transversaler und vertikaler Okklusionsabweichungen sowie einem erhöhten kieferorthopädischen Behandlungsbedarf auf. Signifikante Zusammenhänge lagen jedoch nur zwischen anamnestischen Knack- bzw. Reibegeräuschen und den Angle-Klassen II:1 und II:2 einerseits sowie zwischen anamnestischen Kiefergelenkschmerzen und einem großen bis sehr großen kieferorthopädischen Behandlungsbedarf andererseits vor. Die Zusammenhänge zwischen der Kiefergelenkfunktion und morphologisch okklusalen Abweichungen waren relativ spärlich. Signifikante Zusammenhänge konnten lediglich zwischen der Diagnose Normabweichung ohne wesentlichen Krankheitswert und einem offenen Biss mit Overbite als auch zwischen der Diagnose Normabweichung mit potentiellem Krankheitswert und einer transversalen Okklusionsabweichung im Seitenzahngebiet ermittelt werden. Weder subklinische noch klinisch manifeste Funktionsstörungen zeigten Zusammenhänge zu morphologisch okklusalen Abweichungen. Jedoch ergaben sich signifikante Zusammenhänge zwischen dem Erkrankungsgrad klinisch manifeste Funktionsstörung und der Parafunktion, als auch zwischen den Erkrankungsgraden subklinische Funktionsstörung sowie klinische TMD und einem okklusalen Faktor. Schlussfolgernd scheint somit die Okklusion als kausaler Faktor die Entstehung von TMD mit zu beeinflussen, jedoch nicht pauschal in Form einer morphologisch okklusalen Abweichung, sondern spezifisch in Form eines okklusalen Belastungsvektors. Zur Sicherung der Ergebnisse der vorliegenden Studie bedarf es jedoch der Bestätigung der Ergebnisse an einem größeren Probandengut.

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