Altersabhängige Veränderungen im Antioxidanzienstatus von Teilnehmern der GISELA-Studie unter Berücksichtigung ausgewählter Einflussfaktoren : Eine Untersuchung im Rahmen der Gießener Senioren Langzeitstudie (GISELA)
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Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen der Gießener Senioren Langzeitstudie(GISELA) durchgeführt. Bei der GISELA-Studie handelt es sich um eine prospektive Kohortenstudie, in der seit 1994 in ein- bzw. zweijährigenAbständen der Ernährungs- und Gesundheitsstatus von Gießener Seniorenbeobachtet wird. Im Rahmen dieser Arbeit wurde untersucht, inwieweit sichdie nicht-enzymatischen (Vitamin C, beta-Carotin, Vitamin E und Selen) undenzymatischen (GPx, KAT und SOD) Antioxidanzien mit zunehmendem Alterverändern. Weiterhin wurden in dieser Arbeit bestimmte Einflussfaktoren aufden Antioxidanzienstatus wie Geschlecht, BMI, Einnahme von Vitamin- undMineralstoffpräparate, Antioxidanzien-Zufuhr und Cholesterinspiegel im Blutuntersucht.Für die Untersuchung des nicht-enzymatischen Antioxidanzienstatus der Seniorenwurden die Langzeit-Daten aus den Jahren 1994 bis 2008 herangezogen. Insgesamtsetzte sich das Untersuchungskollektiv aus 272 Frauen und 118 Männern imAlter von 60-79 Jahren (bei Studieneintritt) zusammen. Für die Untersuchungder enzymatischen Antioxidanzien wurden die Erhebungsjahre 1996-2008 verwendet.Hierfür setzte sich das Untersuchungskollektiv aus 235 Frauen und 100Männern (Alter bei Studieneintritt: 60-79 Jahre) zusammen. Die durchschnittlicheBeobachtungszeit für die nicht-enzymatischen Antioxidanzien betrug 11 Jahre unddie der enzymatischen Antioxidanzien 10 Jahre.In dem linear gemischten Regressionsmodell konnte ein Alterseffekt auf denPlasmaspiegel von beta-Carotin (nur bei den Frauen), Vitamin E und Selen sowieVitamin E/Cholesterin-Quotient beobachtet werden. Bei den Frauen sanken diePlasmaspiegel von beta-Carotin und Selen mit zunehmendem Alter, während derVitamin E-Plasmaspiegel und Vitamin E/Cholesterin-Quotient stiegen. UnterBerücksichtigung der Einflussfaktoren BMI, Antioxidanzien-Zufuhr und Supplementation zeigte sich aber keine Veränderung des beta-Carotins mehr. Bei den Männern sanken mit zunehmendem Alter die Plasmakonzentrationen von VitaminE und Selen, während der Vitamin E/Cholesterin-Quotient stieg. UnterBerücksichtigung ausgewählter Einflussfaktoren änderten sich die Vitamin E- undSelen-Plasmaspiegel jedoch nicht mehr.In der Regressionsanalyse mit Hilfe des linear gemischten Modells konnteein signifikanter Alterseffekt auf den enzymatischen Antioxidanzienstatusfestgestellt werden. Während des Alterns stiegen die Aktivitäten von GPx undSOD bei beiden Geschlechtern sowie der KAT-Aktivität bei den Frauen. UnterBerücksichtigung der Einflussfaktoren BMI, Gesamtcholesterin im Blut und Supplementation zeigte sich dazu auch eine Erhöhung der KAT-Aktivität bei denMännern.Des Weiteren wurden Gender-Effekte auf den Antioxidanzienstatus mit Hilfedes linear gemischten Modells überprüft. Die Frauen wiesen signifikant höherePlasmakonzentrationen von Vitamin C, beta-Carotin und Vitamin E sowie SODAktivität in den Erythrozyten im Vergleich zu den Männern auf. Der VitaminE/Cholesterin-Quotient und Selen-Plasmaspiegel sowie die Aktivitäten von GPxund KAT unterscheiden sich dagegen nicht signifikant zwischen den Frauen undden Männern.Abschließend wurde noch der Einfluss des BMI, der Antioxidanzien-Zufuhr, derEinnahme von Vitamin- oder Mineralstoffpräparaten und des Cholesterinspiegelsim Blut auf die altersabhängigen Veränderungen des Antioxidanzienstatus getrenntnach Geschlecht überprüft.Bei Betrachtung des Zusammenhangs zwischen BMI und nicht-enzymatischenAntioxidanzien zeigte sich, dass der BMI einen signifikant negativen Einfluss auf das Plasma Vitamin C (bei den Frauen) und beta-Carotin (bei beiden Geschlechtern) hat. Bei der Analyse des Einflusses des BMI auf die enzymatischen Antioxidanzien kam es jedoch zu keinen eindeutigen Ergebnissen. Bei den Seniorinnen hat der BMI zwar einen positiven Einfluss auf die Aktivitäten von GPx und KAT, ist aber statistisch grenzwertig. Zudem hat der BMI bei den Senioren die GPx-Aktivität positiv und die KAT-Aktivität negativ beeinflusst.Während die Zufuhr von antioxidativen Nährstoffen aus Lebensmitteln keinenEinfluss auf die Antioxidanzien-Plasmaspiegel aufweist, haben regelmäßige odergelegentliche Supplementierung von antioxidativen Vitaminen (bei beidenGeschlechtern) und Selen (nur bei den Frauen) jedoch einen signifikant positivenEinfluss auf deren Plasmaspiegel. In Bezug auf die enzymatischen Antioxidanzienzeigte sich, dass die Zink-Supplementation die SOD-Aktivität bei den Frauenbzw. die Selen-Supplementation die GPx-Aktivität bei den Männern positivbeeinflusst.In dieser Untersuchung zeigte sich eine signifikant negative Beziehung zwischendem Gesamtcholesterinspiegel im Blut und den Aktivitäten von GPx (nur bei denFrauen) und KAT (bei beiden Geschlechtern), während das Gesamtcholesterin imBlut keinen Einfluss auf die SOD-Aktivität hat.Zusammenfassend lässt sich anhand der vorliegenden Ergebnisse festhalten, dasssich der Antioxidanzienstatus mit zunehmendem Alter teilweise ändert. Zudemkönnen Geschlecht, BMI, Gesamtcholesterin im Blut und Supplementation alsPrädiktoren des Antioxidanzienstatus festgestellt werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
