Zusammenhänge zwischen unzureichender prothetischer Versorgung und Mangel- beziehungsweise Fehlernährung älterer Patienten

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Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wurden die Zusammenhänge zwischen einer unzureichenden prothetischen Versorgung, infolgedessen reduzierter Kaufunktion und Mangel- bzw. Fehlernährung bei geriatrischen Patienten untersucht. Es sollte die Hypothese geprüft werden: Eine unzureichende prothetische Versorgung führt zu Mangel- bzw. Fehlernährung älterer Menschen .Die Untersuchungen wurden in der Geriatrischen Abteilung der Medizinischen Klinik des St. Bonifatius Hospitals in Lingen an insgesamt 88 Probanden in Form einer explorativen Studie durchgeführt. Die Probanden befanden sich dort in teilstationärer und vollstationärer Behandlung. Die Probanden wurden aufgrund der Qualität ihres Gebiss- und Versorgungszustandes in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe A umfasste Probanden mit gutem bis akzeptablem Gebiss- und Versorgungszustand und Gruppe B Probanden mit schlechtem oder erneuerungsbedürftigem Zahnersatz. Die Beurteilung des Ernährungszustandes bzw. eine Mangel- oder Fehlernährung wurde anhand des Mini Nutritional Assessment, einem Ernährungsfragebogen, erhoben sowie durch Bestimmung einzelner Ernährungsmarker im Blut. Die Kaueffizienz wurde im Rahmen des Kaufunktionstestes nach Wöstmann bestimmt. Ein Demenz-Screening erfolgte mittels Mini-Mental Status-Test und die Beurteilung der Mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität durch das Oral Health Impact Profile bzw. seine deutsche Kurzform (OHIP-14).Der Gruppe A mit gutem bis akzeptablem Gebiss- und Versorgungszustand wurden 29 Probanden zugeordnet und 59 Probanden der Gruppe B mit schlechtem beziehungsweise erneuerungsbedürftigem Zahnersatz. Die Versorgungskombinationen der Probanden reichten von festsitzendem bis totalem Zahnersatz und seinen Kombinationsmöglichkeiten. Die Auswertung des Mini Nutritional Assessment ergab, dass von den 88 Probanden 7 einen schlechten Ernährungszustand und 24 einen normalen Ernährungszustand aufwiesen. 57 Probanden befanden sich im Risikobereich für einen schlechten Ernährungszustand. Es konnten deutliche Hinweise auf Zusammenhänge zwischen dem Gebiss- und Versorgungszustand und der Kaufunktion festgestellt werden. Patienten die festsitzend versorgt waren, wiesen eine bessere Kaufunktion auf. Es ist deshalb anzustreben den Patienten möglichst festsitzend zu versorgen, oder durch Pfeilervermehrung in Form von Implantaten eine Versorgung mit Totalen Prothesen zu vermeiden, um eine gute Kaufunktion zu gewährleisten. Die Ergebnisse über die Hinweise auf die Zusammenhänge zwischen dem Kaufunktionstest und dem Gebiss- und Versorgungzustand untermauern die in der Literatur zu findenden Angaben.Bei der Untersuchung des Kaufunktionstestes und dem Mini-Nutritional-Assessment konnten im vorliegenden Probandenkollektiv Hinweise auf Zusammenhänge festgestellt werden. Der MNA und der Kaufunktionstest ergänzen sich bei der Beurteilung des Ernährungszustandes. Mittels des MNA lässt sich der Ernährungszustand differenzierter beurteilen. Risikopatienten für einen schlechten Ernährungszustand können nicht allein mit Hilfe des Kaufunktionstestes ermittelt werden. In der untersuchten Patientengruppe konnte lediglich das Vorliegen eines schlechten Ernährungsstatus mit gutem Kaufunktionstestergebnis ausgeschlossen werden.Zwischen dem Kaufunktionstest und einzelnen Ernährungsmarkern im Blut konnten Hinweise auf Zusammenhänge gefunden werden. Dies betrifft die Ernährungsmarker Eisen, Cholinesterase, Elektrophoresealbumin, Serumalbumin, Vitamin B1, Vitamin B3 und beta-Carotin. Jedoch sind die Ergebnisse kritisch zu betrachten. Das Gleiche gilt für die gefundenen Zusammenhänge zwischen folgenden Ernährungsmarkern und dem Mini Nutritional-Assessment: Eisen, Cholinesterase, HDL, Elektrophoresealbumin, Serumalbumin, Selen, Vitamin A und Vitamin B1. Eisen, Cholinesterase, Elektrophorese- und Serum-Albumin wiesen sowohl bei der Untersuchung mit dem Kaufunktionstest, als auch mit dem Mini Nutritional Assessment erniedrigte Werte auf. Aufgrund der ermittelten Hinweise auf Zusammenhänge können diese Parameter zur Beurteilung einer Mangel- oder Fehlernährung hinzugezogen werden.Eine höhere Aussagekraft könnte durch Eingrenzung des Probandenkollektivs Ernährungsprotokoll, Art der Erkrankungen, Medikamente, etc- und durch eine größere Probandenzahl erreicht werden.Schlussendlich beeinflusst der Gebiss- und Versorgungszustand, wie in dieser Untersuchung ermittelt, die Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität. Die Lebensqualität wurde in der Gruppe B schlechter bewertet. Ziel sollte es sein den Gebiss- und Versorgungzustand der Patienten zu optimieren um die Kaufunktion, das orale Wohlbefinden und somit die Lebensqualität zu steigern.

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