Autoantikörper und deren pathogener Effekt auf neuronale Zellen beim kindlichen Opsoklonus-Myoklonus-Syndrom

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Einleitung: Das Opsoklonus-Myoklonus-Syndrom (OMS) ist eine selteneneurologische Erkrankung, die sowohl bei Erwachsenen und Kindern auftreten kann.Dabei treten oszillierende Augenbewegungen, Myoklonien, eine Ataxie und einezunehmende Entwicklungsverzögerung auf. Sowohl bei der paraneoplastischenForm, die bei Kindern fast immer mit einem Neuroblastom einhergeht, wie auch beiden anderen Fällen wird eine Autoimmunpathogenese diskutiert. Ein gemeinsamesAutoantigen konnte bisher nicht identifiziert werden. Wir untersuchten, ob sich bei OMS-Patienten Autoantikörper gegen ein gemeinsames Autoantigen nachweisenlassen und ob diese Autoantikörper einen funktionellen Effekt auf neuronale Zellen haben. Methoden: Es wurden Seren von 31 Kindern mit OMS auf das Vorkommenantineuronaler Autoantikörper untersucht. Seren von Kindern mit Neuroblastom ohne OMS und Seren von gesunden Kindern dienten als Kontrolle. DieAutoantikörperdiagnostik wurde mittels Immunfluoreszenztest, Westernblot undDurchflusszytomterie durchgeführt. Um einen möglichen funktionellen Effekt dieser Autoantikörper auf neuronale Zellen nachzuweisen, wurde die Aktivierung des MAPKinase pathway bzw. der Einfluß von OMS-IgG auf den Phosphorylierungsgraddes Enzyms ERK-1/2 bestimmt. Resultate: In den Seren von OMS-Patienten wurden im Immunfluoreszenztesthäufiger Antikörper gegen intrazelluläre bzw. antineuronale Autoantigenenachgewiesen als in den Seren der Kontrollgruppen (p<0.01). In der WesternblotAnalyse mit Zellen des humanen Cerebellums fand sich ebenfalls bei den OMSPatienten ein signifikant höheres Vorkommen von Autoantikörpern als bei denKontrollgruppen (p<0.05). Bei 9/31 der OMS Patienten, jedoch bei keinemKontrollpatienten wurde ein Autoantikörper gegen ein neuronales 55kD Proteingefunden (p<0.01). Weiterhin konnten durchflußzytometrisch Autoantikörper gegenOberflächenepitope von zerebellären Granularisneuronen (CGN) ausschließlich beiden OMS-Patienten nachgewiesen werden (p<0.05). Die IgG-Fraktionen von OMSPatienten, nicht aber die der Kontrollen erzeugen in CGN eine Phosphorylierung des des Enzyms ERK-1/2 nach 10 Minuten, die nach 30 min wieder rückläufig ist (p<0.01). Diskussion: Die nachgewiesenen Autoantikörper gegen ein Oberflächenepitop von CGN und die funktionellen Effekte der OMS-IgG-Fraktionen in diesen Zellen weisen auf einen humoral vermittelten Autoimmunprozess als wichtiges Element in der Pathogenese dieses Syndroms hin.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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