Entwicklung einer einfachen, empfindlichen und schnellen Methode zur Immundiagnose der Bilharziose (Schistosomiase)

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Die Bilharziose, auch Schistosomiase genannt, ist in vielen tropischen und subtropischen Regionen der Welt nach der Malaria diezweitwichtigste Parasitenerkrankung. Die Krankheit wird durch verschiedene Trematoden der Gattung Schistosoma ausgelöst. Da wederzur Zeit noch in naher Zukunft ein ausreichend wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehen wird, müssen sich Programme zur Bekämpfungder Schistosomiase auf die Diagnose und die medikamentöse Behandlung der betroffenen Bevölkerung konzentrieren. Ziel dieser Arbeit war es, ein Diagnoseverfahren zu entwickeln, welches empfindlich genug ist, auch mittlere und leichte Infektionennachzuweisen. Nach Möglichkeit sollte auch versucht werden, zwischen den in Afrika gemeinsam auftretenden Erreger-Arten Schistosomamansoni und Schistosoma haematobium zu diskriminieren. Dies sollte mit Hilfe speziesspezifischer rekombinanter Antigene erreichtwerden. Aus cDNA-Banken von adulten S. mansoni-Würmern und Eiern von S. japonicum wurden mit pools von Patientenseren zahlreicheimmunreaktive Klone isoliert und charakterisiert. Dazu wurden die Phagenklone durch PCR-Analyse, Sequenzanalyse und Expression derGenprodukte als rekombinante Proteine in größerem Maßstab in reiner Form dargestellt. Um ihre Brauchbarkeit für die Immundiagnose zutesten, wurden die rekombinanten Antigene in einem Westernblot-ähnlichen Verfahren mit größeren Zahlen von Patientenseren undKontrollseren untersucht. Als wichtigstes Ergebnis wurde dabei ein neues Antigen, Sj22, entdeckt, das nicht nur zu einer deutlichenSteigerung der Empfindlichkeit des Nachweises aller wichtigen Schistosomenarten führt, sondern insbesondere auch die Diagnose derasiatischen Form der Krankheit, für die es noch kein ausreichend empfindliches Nachweisverfahren gibt, zuläßt. Die angestrebteDiskriminierung der beiden afrikanischen Arten der Erreger gelang leider nicht. Durch die Kombination des neuen Antigens Sj22 mit zwei weiteren schon bekannten diagnostischen Antigenen konnte einNachweisverfahren für die Krankheit etabliert werden, das im Unterschied zu anderen Diagnoseverfahren eine extrem niedrigeNachweisgrenze bezüglich der Krankheitserreger hat Es eignet sich daher insbesondere für solche Länder, die durchBekämpfungsmaßnahmen die Bilharziose weitgehend reduziert haben oder gefährdet sind, die Seuche einzuschleppen. Da die Diagnose im Feld unter einfachsten Bedingungen erfolgen muß, wurde versucht, die Technik möglichst einfach und sicher zugestalten. Es wurde mit Erfolg getestet, daß Vollblut statt Patientenserum verwendet werden kann und daß die geringe Menge benötigtenBlutes auf Filterpapier eingetrocknet werden kann. Da hierfür keine Kanülen benötigt wären, wird dadurch das Infektionsrisiko sowohl fürdas medizinische Personal als auch für die betroffene Bevölkerung beträchtlich herabgesetzt. Schließlich gelang es auch noch, das Testverfahren erheblich zu beschleunigen. Durch ein neu entwickeltes Verfahren zur Konjugation vonProteinA an ein Kohlenstoffkolloid und dessen Verwendung zum Nachweis von Antigen-Antikörper-Komplexen kann der Immuntest mitderselben Empfindlichkeit jetzt innerhalb von 15 Minuten durchgeführt werden.

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