Perioperative Medizin in der onkologischen Viszeralchirurgie - Eingriffsspezifische funktionelle Störungen und Komplikationen

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https://doi.org/10.22029/jlupub-21349

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Operative Strategien und perioperative Medizin bilden zentrale Säulen einer modernen multimodalen onkologischen Therapie. Im Fokus dieser Arbeit stehen onkologische Radikalität, perioperative Sicherheit und minimalinvasive Konzepte. Besonders im Kontext minimalinvasiver chirurgischer Verfahren konnte gezeigt werden, dass die Inzidenz eingriffsspezifischer funktioneller Störungen und Komplikationen – wie Pneumonien nach Ösophagusresektion oder gastrointestinale Paralyse nach kolorektaler Resektion – deutlich gesenkt werden kann. Pathophysiologisch spielen dabei das chirurgische Trauma, die perioperative (systemische) Inflammation und die Kontrolle postoperativer Schmerzen eine zentrale Rolle. Inwieweit moderne minimalinvasive und robotisch-assistierte Operationstechniken in der onkologischen Viszeralchirurgie die Häufigkeit dieser relevanten funktionellen Störungen und Komplikationen künftig weiter reduzieren, bleibt Gegenstand aktueller klinischer Forschung. Ergänzend hierzu wurde die Rolle medikamentöser Strategien in der Prävention und Therapie funktioneller Störungen und eingriffsspezifischer Komplikationen untersucht. Während Statine, die mit inflammatorischen Prozessen interferieren, keinen protektiven Effekt auf postoperative Oxygenierungsstörungen zeigten und die Inzidenz von Pneumonien nach Ösophagusresektion sogar erhöhten, lieferte der Alpha-2-Rezeptoragonist Dexmedetomidin – mit sympatholytischen, antiinflammatorischen und analgetischen Eigenschaften – vielversprechende Ergebnisse in der Prävention gastrointestinaler Motilitätsstörungen bei Patienten nach onkologischer Viszeralchirurgie in randomisiert kontrollierten Studien. Darüber hinaus erwiesen sich pharmakologische Ansätze zur Reduktion peripherer Opioidwirkungen sowie der Einsatz von Laxantien im Rahmen multimodaler perioperativer Konzepte als vorteilhaft für die postoperative (gastrointestinale) Rekonvaleszenz. Zusammenfassend zeigen chirurgisch-technische und pharmakologische Strategien zur multimodalen, opioidsparenden perioperativen Medizin sowie zur Reduktion der postoperativen systemischen Inflammation großes Potenzial, funktionelle Störungen und eingriffsspezifische Komplikationen nach onkologischen Eingriffen am Gastrointestinaltrakt wirksam zu verringern. Diese Ansätze sollten künftig weiter präzisiert und durch hochwertige klinische Studien validiert werden, um das kurz- und langfristige Outcome von Patienten nach onkologischer Viszeralchirurgie stetig zu verbessern.

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