Zweifelhafte Krebstherapien - Einstellungen und Kenntnisse unter Medizinern in Chile

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Zweifelhafte Heilmethoden werden weltweit angewendet, die Zahl ärztlicher Anbieter von Homöopathie und Akupunktur hat in Deutschland stark zugenommen. Obwohl es an Evidenz für die Wirksamkeit mangelt, sind Ärzte an der Verbreitung und Etablierung beteiligt. Zweifelhafte Methoden bei Krebs (ZHK) wurden in frühere Studien meist in westlichen Industrienationen untersucht, aus Chile gab es keine Daten. Zur Gewinnung eines globaleren Blickwinkels auf das Thema und als Grundlage weiterer Studien, war es wünschenswert erste Informationen aus Chile zu erhalten.Zielsetzung: Die Kenntnisse und Einstellungen einer nicht randomisierten Stichprobe chilenischer Ärzte und Medizinstudenten im praktischen Jahr (Internos), zu ZHK zu erfassen. Probanden: 160 Ärzte und Internos in Kliniken und Praxen der regionalen Zentren Santiago, Temuco und Valdivia sowie Turnusärzte, die von dort aus im öffentlichen Auftrag abgelegene südchilenische Regionen versorgen wurden angesprochen, um einen Fragebogen zu beruflichen Daten, vermuteter Krebsätiologie und zur Einschätzung eigener Kenntnisse und Einstellungen zu zweifelhaften Krebstherapien zu komplettieren. 88 Fragebögen (55%) wurden ausgefüllt retourniert.Ergebnisse: Die wichtigsten beruflichen Informationsquellen der Probanden waren der Austausch mit Kollegen (24%) und medizinische Fachpublikationen (23%). Es wurden überwiegend die wissenschaftlich etablierten Konzepte der Krebsätiologie vertreten. Bei 18 der 29 abgefragten ZHK gab mehr als ein Drittel der Befragten Kenntnisse an. Die Bekanntesten ZHK waren Antioxidantien/Vitamin C (86%), Hormontherapie (83%), Diäten (81%), Immun /Zelltherapie (80%), Yoga (78%), Homöopathie (77%) und Akupunktur (76%). Von den Probanden, die Diäten als Krebstherapie kannte, hielten 52% diese für hilfreich für kurative Zwecke. Hilfreich wurden auch Enzymtherapie (62%), Immun /Zelltherapie (43%), Hormontherapie (41%) und Psychoanalyse (41%) eingeschätzt. Frauen kannten im Mittel mehr Methoden, als Männer. Für einige ZHK gaben Onkologen häufiger Kenntnisse an, als Ärzte anderer Fachgebiete. Sie schienen zudem skeptischer zu sein. Schädliche Wirkungen wurden von wenigen Probanden erwartet. Schlussfolgerung: Ein Großteil der hierzulande geläufigen ZHK sind den befragten Medizinern in Chile bekannt. Einige Methoden werden von vielen Probanden als hilfreich eingeschätzt, wobei schädliche Wirkungen selten befürchtet werden. Neben einigen abgefragten Methoden, scheinen auch Reiki und Bachblütentherapie in Chile verbreitet zu sein.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform