Inzidenz maligner Erkrankungen bei Patienten mit primären Gerinnungsstörungen

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Aktivierung des Gerinnungssystems kann bei fast allen Patienten mit malignen Erkrankungen nachgewiesen werden. Die Gerinnungsaktivierung bei Tumorpatienten trägt einerseits zur Thromboseneigung dieser Patienten bei, beeinflusst aber auch Tumorwachstum und Ausbreitung. Etwa 15% der Tumorpatienten erleiden während ihrer Erkrankung klinisch relevante thromboembolische Komplikationen. Neuere tierexperimentelle Forschungen zeigen Zusammenhänge zwischen Gerinnungssystem, Karzinogenese, Tumorwachstum und Metastasierung. Offen ist bisher, ob Patienten mit thrombophilen Diathesen und daraus resultierender Gerinnungaktivierung ein erhöhtes Tumorrisiko im Vergleich zu Gerinnungsgesunden bzw. Patienten mit hämorrhagischen Diathesen haben. Wir untersuchten daher retrospektiv Patienten mit primärer Gerinnungsstörung bezüglich der Häufigkeit des Auftretens von Tumorerkrankungen. Darüber hinaus wurden zusätzliche Thromboserisikofaktoren (Rauchen, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie und Einnahme von Kontrazeptiva) anhand eines Fragebogens erfasst. Des weiteren wurden Fragebögen zu Verwandten 1.Grades ausgewertet. Unseren Daten zeigen kein gehäuftes Auftreten von malignen Erkrankungen bei Patienten mit einer thrombophilen Diathese (aPC-Resistenz/ Faktor V-Leiden Mutation) im Vergleich zu Gerinnungsgesunden oder Patienten mit hämorrhagischen Diathesen. Nach der Gesamtübersicht unserer Daten besteht kein Hinweis darauf, dass das Vorliegen thrombophiler oder hämorrhagischer Diathesen das Auftreten von Tumorerkrankungen beeinflusst.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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