Entnahmemorbidität bei der Gewinnung von Knochen vom anterioren Beckenkamm

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Ziel dieser Studie war es, Komplikationen nach der Transplantatentnahme vom anterioren Beckenkamm zu erfassen und mögliche Einflussfaktoren zu ermitteln. Weiterhin sollte untersucht werden, ob die angewendete Operationstechnik bei der Gewinnung der Knochentransplantate einen Einfluss auf die Komplikationshäufigkeit, -dauer, oder -intensität hatte. Im Zeitraum vom 01.01.2002 bis 31.12.2004 wurde in Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Marburg und Gießen GmbH bei 134 Patienten eine Beckenkammknochenentnahme von anterior durchgeführt. Nach Versenden eines Fragebogens konnten, bei einer Rücklaufquote von 58,2 %, insgesamt 75 Patienten in die Untersuchung eingeschlossen werden. Von diesen 75 Patienten nahmen 54 (72%) an einer kurzen klinischen Nachuntersuchung teil. Häufigste Indikationen zur Osteoplastik war die Defektauffüllung nach Zystektomie sowie die Kieferkammaugmentation bei Atrophie in dreiviertel aller Fälle. Es kam postoperativ zu einer revisionsbedürftigen Komplikation (0,7%) bei Fraktur der Spina iliaca anterior superior. Therapiebedürftige postoperative Komplikationen wie Hämatome, Serome oder Wundinfektionen traten nicht auf. Schmerzen an der Entnahmestelle wurden von 84% der Patienten angegeben, die bei dreiviertel der Patienten nach spätestens vier Wochen wieder komplett verschwunden waren. Bei 64% der Patienten traten Funktions-einschränkungen auf, die bei dreiviertel der Patienten nach spätestens vier Wochen wieder komplett verschwunden waren. 6,7% der Patienten sind mit dem Gesamtergebnis der durchgeführten Beckenkammknochentransplantation unzufrieden. Bei 17 von 54 klinisch nachuntersuchten Patienten (31,5%) war im Bereich der Beckenkammentnahmestelle ein Konturdefekt tastbar. Von diesen war bei 4 Patienten (7,4%) dieser Konturdefekt auch sichtbar und die Patienten gaben dies als störend an. Hinsichtlich der Langzeitmorbidität kam es bei 4% der Patienten zu bleibenden Schmerzen an der Transplantatentnahmestelle. Persistierende Sensibilitätsstörungen im Versorgungsgebiet des N. cutaneus femoris lateralis traten bei zwei Patienten (2,7%) auf und bei drei Patienten (4%) bestehen noch heute Funktionseinschränkungen. Damit ist die Morbidität in dem untersuchten Patientenkollektiv etwas geringer als in vergleichbaren publizierten Studien. Es ließen sich nur wenige nachvollziehbare Determinanten für die Morbidität nach Knochenentnahme vom anterioren Beckenkamm identifizieren. Stärke der Schmerzen direkt nach Knochenentnahme wurde von Frauen größer als von Männern angegeben Die Entnahme von kortikospongiösen Blöckchen führt zu stärkeren Schmerzen als die Knochenentnahme mittels Stanze Die Knochenentnahme führt bei jüngeren Patienten zu einer stärkeren Funktionseinschränkung als bei älteren Patienten Die Entnahme von kortikospongiösen Blöckchen mittels Säge führt zu einer größeren Narbenlänge als die Entnahme von drei und mehr Stanzen

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2009

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