Korrektur des Exophthalmus bei Morbus Basedow assoziierter Ophthalmopathie durch en bloc Teilresektion der lateralen und inferioren Orbitawand : eine klinische Untersuchung
Im Rahmen der Autoimmunthyreoiditis vom Typ Basedow kommt es in fast der Hälfte der Fälle zu einer klinisch relevanten Mitbeteiligung der Augen im Sinne einer endokrinen Orbitopathie. Autoantikörper verursachen in der Orbita eine entzündliche Reaktion, die eine Bindegewebsvermehrung nach sich zieht. Das expandierende Retrobulbärgewebe führt zu einem stigmatisierenden Exophthalmus.Die endokrine Ophthalmopathie kann mit konservativen Therapieansätzen bestenfalls in ihrer Progression gestoppt werden. Eine Reduktion des Exophthalmus ist nach einer gewissen Zeit nicht mehr zu erwarten. Die operative Therapie vermag es im akuten Stadium den N. opticus zu dekomprimieren und im chronischen Stadium den entstellenden Exophthalmus zu reduzieren.
Die vorliegende Dissertationsarbeit untersucht ein Operationsverfahren nach G. Matton aus dem Jahre 1991 über einen Beobachtungszeitraum von 1994 bis 2005. Über einen subziliaren Zugang werden Teile des lateralen Orbitarandes und des Bodens "en bloc" reseziert. Bei den untersuchten 44 Personen lag mehrheitlich ein milder bis moderater Krankheitsverlauf vor. Die Hauptoperationsindikation bestand bei zunehmender Hornhaut- oder Weichteilsymptomatik der Augen oder bei ästhetischer Beeinträchtigung des Patienten. Es wurde eine durchschnittliche Exophthalmusreduktion von 3,8 mm (± 1,5 mm) erreicht. Der gemessene Visus wies postoperativ eine Verbesserungstendenz auf. Ein Patient entwickelte postoperativ einen nicht vorbestehenden Strabismus convergens. Bei 37 Patienten trat postoperativ keine Veränderung der Augenstellung auf. Bei sechs Patienten verbesserte sich postoperativ ein vorbestehender Strabismus. Die Bulbusmotilität ist postoperativ bei Blickhebung und Abduktion geringgradig reduziert. Anhand klinischer Beispiele werden die möglichen Operationsergebnisse dargestellt.
Ein "self- assessment" Fragebogen gab Aufschluss über subjektive postoperative Veränderungen der Bulbusmotilität, Doppelbildwahrnehmung und die Bewertung des Operationsergebnisses durch den Patienten.Schlussfolgernd kann festgehalten werden, dass die vorgestellte Operationsmethode im Vergleich zu anderen Operationstechniken eine ähnliche Exophthalmusreduktion erzielt. Es kommt zu deutlich weniger Diplopie. Über einen Beobachtungszeitraum von mehreren Monaten zeigten sich weder Visusverlust noch andere schweren Komplikationen.
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