Korrosionsanatomie, Zytologie und Funktionsdiagnostik im Vergleich zu pathohistologischen Befunden des gesunden und erkrankten exokrinen Pankreas von Hunden
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Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit war zunächst die Klärung der Frage, ob die Darstellung des Ausführungsgangsystems des Hundepankreas als Castpräparat möglich ist. Die im positiven Fall anschließend erstellten Ausgusspräparate sollten vermessen werden.Zudem war zu klären, ob die transpapilläre Entnahme zytologischer Proben aus den Ductus choledochus, pancreaticus und accessorii möglich ist und ob die Untersuchung dieser Proben beim Hund eine diagnostische Relevanz hat.Als zusätzliche Fragestellung wurde das Verhalten der Laborparameter canine Trypsin-like immunoreactivity (cTLI) und canine pankreatische Elastase (cE1) bei unterschiedlichsten Erkrankungen überprüft. Die jeweils erhobenen Befunde wurden mit den pathohistologischen Befunden am Pankreas der untersuchten Hunde verglichen.In einer Vorstudie wurde die Kombination von Technovit® 7143 als Ausgussmaterial und Kalilauge als Korrosionsmedium als geeignet für die Herstellung der Casts gefunden.In die Hauptstudie wurden 26 Hunde einbezogen, die an unterschiedlichsten Erkrankungen litten. Bei jedem Tier wurden nach dem Tod transpapilläre zytologische sowie pathohistologische Proben von beiden Schenkeln entnommen, anschließend Technovit® 7143 in das Ausführungsgangsystem des Pankreas instilliert und die erstellten Castpräparate mittels digitaler Bildanalyse vermessen. Bei allen Hunden erfolgte die Bestimmung von cTLI im Blutserum und cE1 im Kot.Bei 24 Hunden konnte am Pankreas eine pathohistologische Diagnose gestellt werden. Anhand der pathohistologischen Befunde wurden die Patienten in die Gruppen I-IV eingeteilt: unauffälliges Pankreas (n = 12) chronische Pankreatitis (n = 6), akute Pankreatitis (n = 3) und Pankreasteilatrophie (n = 3).Die Erstellung eines auswertbaren Technovit® 7143-Castpräparats des Pankreasgangsystems gelang bei 19 Hunden. Von diesen Tieren hatten 10 ein pathohistologisch unauffälliges Pankreas und 9 Patienten eine pathohistologisch bestätigte Erkrankung des Organs (chronische Pankreatitis, n = 4; akute Pankreatitis, n = 3; Teilatrophie, n = 2). Gemessen wurden die Länge der Rami des Ductus pancreaticus accessorius, Gangdurchmesser an den Messpunkten MP1-3 (2-3 mm distal der Gangaufzweigung; Mitte des Ramus dexter bzw. sinister; Astspitze) und Anzahl der Seitenäste 1. und 2. Ordnung. In Gruppe I betrug die Länge des Ramus dexter und sinister 153,8 ± 43,6 mm bzw. 195,9 ± 74,5 mm. Es zeigte sich an beiden Rami ein signifikanter Abfall der Durchmesser von MP1 über MP2 zu MP3. Am Ramus dexter bestand ein signifikanter Einfluss des metabolischen Körpergewichtes auf Astlänge, Astdurchmesser an MP1 und MP2 sowie die Anzahl der Seitenäste 1. / 2. Ordnung. In den Gruppen II IV traten, abweichend von Gruppe I, bei 4 von 9 Tieren lediglich Gangerweiterungen im R. dexter auf. Die Ergebnisse bei pathohistologisch auffälligen Pankreata geben diskrete Hinweise, dass Erweiterungen im Gangdurchmesser auftreten, die möglicherweise in einer endoskopisch retrograden Pankreatikographie diagnostisch verwertbar sind. Die erhobenen Daten aus der Vermessung der Castpräprate decken sich teilweise mit den bisher in der Literatur veröffentlichten Ergebnissen anatomischer Studien und ERCP-Befunden von Hunden. Darüber hinaus erbrachte die Studie bisher nicht bekannte Angaben zur Verästelung des Gangsystems mit seinen Abzweigungen erster und zweiter Ordnung. Die diesbezüglichen Ergebnisse können bei der Beurteilung von ERCP-Studien herangezogen werden. Aufgrund der zu geringen Fallzahlen ist die Formulierung von Gesetzmäßigkeiten bezüglich der Anatomie des Pankreasgangsystems beim Hund nicht möglich. Weitere Studien an Castpräparaten sind erforderlich.Die Bearbeitung der zytologischen Proben erbrachte bei 22 von 26 Hunden gut auswertbare Präparate. Von diesen Tieren hatten 11 ein pathohistologisch unauffälliges Pankreas und 11 Patienten eine pathohistologisch bestätigte Erkrankung des Organs (chronische Pankreatitis, n = 5; akute Pankreatitis, n = 3; Teilatrophie, n = 3). Für die Analyse wurde nur festgehalten, ob ein pathologischer Befund in der Zytologie vorlag oder nicht. Unter der gewählten Versuchsanordnung bestand eine schlechte bzw. sehr schlechte Übereinstimmung zwischen den beiden Untersuchungsmethoden Pathohistologie des Pankreas und Zytologie aus dem Pankreasgangsystem (K = 0,364 für die Befunde am Ductus pancreaticus, K = 0,182 für die Befunde am Ductus choledochus) und somit keine diagnostische Relevanz für die Untersuchung der zytologischen Proben. Bedingt durch den Versuchsaufbau lagen pathohistologische Untersuchungen unmittelbar aus dem Bereich der Entnahme der zytologischen Proben nicht vor. Zur endgültigen Beurteilung dieses Verfahrens beim Hund sind Untersuchungen mit einem geänderten Versuchsaufbau erforderlich.Die Ergebnisse der Bestimmung der Laborparameter cTLI im Blutserum und cE1 im Kot bestätigen die Literaturangaben. In einer Einmalbestimmung sind sie für die Diagnostik subklinischer Pankreaserkrankungen, hier untersucht die subklinische akute und chronischer Pankreatitis sowie die Pankreasteilatrophie, nicht geeignet.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2008
