Klinische und labordiagnostische Untersuchungen an Kälbern mit Boviner Neonataler Panzytopenie

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In der vorliegenden Arbeit sollten Kälber von BNP-Müttern ab der Geburt bis zu einem Alter von drei Wochen umfassend klinisch und labordiagnostisch untersucht und mit Kälbern unauffälliger Mütter verglichen werden. Es sollte geklärt werden, wie sich klinische, hämatologische, klinisch-chemische und Knochenmarkbefunde vor der Kolostrumaufnahme darstellen und wie sie sich weiterentwickeln. Zudem wurden virologische, bakteriologische und immunologische Untersuchungen an den Kälbern beider Gruppen durchgeführt.Aufgenommen wurden zehn Versuchskälber, die von BNP-Müttern abstammten und fünf Kontrollkälber aus Muttertieren, welche zuvor weder ein BNP-Kalb geboren hatten noch gegen BVD-Virus geimpft worden waren. Sechs der zehn Versuchtiere erkrankten an BNP, drei der Tiere verendeten. Von den drei überlebenden Kälbern zeigten zwei einen milden und eines einen schweren klinischen Verlauf. Bei den restlichen vier Tieren entwickelten sich weder Symptome der BNP, noch kam es zu BNP-spezifischen Blutbildveränderungen.Hochgradig blasse Schleimhäute zeigten sich bei den drei verendeten Tieren, eine deutlich verlängerte kapilläre Rückfüllzeit trat bei vier der erkrankten Tiere auf. Alle sechs erkrankten Tiere wiesen Schleimhautblutungen, sowie Blutbeimengungen in Kot und Harn auf. Spontane Hautblutungen wurden bei den drei an BNP-verendeten Kälbern beobachtet. Ein deutlicher Anstieg der Blutungszeit wurde bei fünf von zehn Versuchskälbern beobachtet. Die Unterschiede im Gruppenvergleich erwiesen sich dabei als signifikant.Bezüglich des Verlaufs der Thrombozytenzahlen, Leukozytenzahlen, Lymphozytenzahlen, sowie neutrophilen und basophilen Granulozyten im Blut erwiesen sich die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen als signifikant. Ebenso ergaben sich signifikante Unterschiede im Vergleich der Beprobungszeitpunkte und für die Wechselwirkung zwischen Zeit und Gruppe. Bei den eosinophilen Granulozyten ergaben sich signifikante Unterschiede im Gruppenvergleich wie auch im Vergleich der Beprobungszeitpunkte. Beim roten Blutbild (Erythrozytenzahl, Hämoglobin, Hämatokrit) ergaben sich sowohl im Vergleich der Beprobungszeitpunkte als auch für die Wechselwirkung zwischen Zeit und Gruppe signifikante Unterschiede. Der Verlauf dieser Blutparameter stellte sich also in beiden Gruppen unterschiedlich dar. Die Medianwerte der Retikulozytenzahlen verliefen in der Versuchsgruppe und in der Kontrollgruppe über den Verlauf der Studie im Referenzbereich. Der Gruppenvergleich erwies sich als nicht signifikant. Die Retikulozytenzählung konnte bei den untersuchten Tieren keine Tendenz für den Krankheitsverlauf der BNP aufzeigen. Bei den klinisch-chemischen Untersuchungen konnten keine signifikanten Unterschiede im Gruppenvergleich nachgewiesen werden.Alle Kälber der Versuchsgruppe und der Kontrollgruppe wiesen bei der präkolostralen Untersuchung des Knochenmarks (3. Lebensstunde) ein aktives Knochenmark auf. Eine Knochenmarkdepletion am dritten Lebenstag wurde bei zwei der zehn Versuchskälber nachgewiesen. Bei einem Versuchskalb wurde am 21. Lebenstag eine Depletion des Knochenmarks festgestellt. Alle drei an BNP verendeten Kälber wiesen in einer unmittelbar post mortem entnommenen Probe eine Depletion des Knochenmarks auf.Die Kontrollkälber wiesen stets ein aktives Knochenmark auf.Der Nachweis von Pestivirus mittels Virusvermehrung in Zellkultur und Immunfluoreszenz verlief bei Kälbern und Muttertieren beider Gruppen stets negativ. Die Untersuchung des BVDV-Antikörpertiters erbrachte einen signifikanten Unterschied zwischen der Versuchsgruppe und der Kontrollgruppe. In der vorliegenden Arbeit konnte kein Hinweis auf eine bakterielle Beteiligung in der Pathogenese der BNP gefunden werden. Bezüglich der Gammaglobulin-Konzentrationen im Serum wurden keine besonderen Befunde erhoben, beide Studiengruppen waren ausreichend mit Immunglobulinen versorgt. Indirekt konnte die ausreichende Kolostrumversorgung in beiden Gruppen zudem durch einen ausreichenden Anstieg der GGT-Aktivität wie auch des Gesamteiweißgehalts nachgewiesen werden.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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