Ausmaß und Determinanten von Preisrigiditäten im deutschen Lebensmitteleinzelhandel : eine empirische Analyse mit Scannerdaten

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In den Analysen der Preisrigidität wurde der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sträflich vernachlässigt. Es existieren nur sehr wenige Studien, die sich explizit mit diesem Teil der Nahrungsmittelprozesskette beschäftigen. In der Studie von Blinder et al. (1998) zur U.S.-amerikanischen Volkswirtschaft ist der Handel mit Lebensmitteln unterrepräsentiert, während Stahl (2005) ihn für Deutschland ausklammert und nur produzierende Industrien berücksichtigt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Studien des LEH nur wenige Determinanten der Preisstarrheit zur Erklärung erfassen. In dieser Analyse wird auf Basis eines umfangreichen Scannerdatensatzes für die Jahre 2000 und 2001 die Preisrigidität in der Warengruppe der Hart- und Schnittkäse gemessen und mit Hilfe unterschiedlichster Determinanten simultan erklärt. Beachtung finden hierbei psychologische Preisschwellen, die mittlere absolute Höhe einer Preisänderung als Proxy-Variable für Preisanpassungskosten, die kurzfristige Preiselastizität der Nachfrage sowie betriebstypenspezifische und firmenspezifische strategische Entscheidungen. Preisänderungen werden dabei erstmalig in Preisaktionen und marktbedingte Preisänderungen (Preissprünge) unterteilt.Für das Schätzmodell findet die Methode der Seemingly-Unrelated-Regression (SUR) nach Zellner (1962) Anwendung. Dieser Ansatz ist besonders aufgrund der direkten und indirekten Einflussnahme der Determinanten auf die Preisrigidität geeignet, da er in der Lage ist, diese Kreuzverknüpfungen aufzufangen und abzubilden.Die Modellergebnisse belegen, dass sich die Preisrigidität zwischen Preisaktionen und Preissprüngen deutlich unterscheidet. Während in der Gesamtbetrachtung die Preisrigidität auf Ebene der Betriebstypen (Unternehmen) noch zwischen 24,1 und 35,5 (11,0 und 10,7) Wochen variiert, sind es bei alleiniger Betrachtung von Preisaktionen 72,3 bis 87,3 (38,8 bis 89,2) Wochen, die zwischen zwei Preisaktionen vergehen. Preissprünge sind wesentlich häufiger zu beobachten, so dass die mittlere Phase stabiler Preise daher in Betriebstypen (Unternehmen) nur noch 32,0 bis 44,0 (27,7 bis 95,3) Wochen beträgt. Der direkte Effekt einer zusätzlichen Preisaktion (Preissprung) auf die Dauer konstanter Preise ist -1,5 (-9,0) Wochen für Betriebstypen und -1,7 (-10,0) Wochen für Firmen. Der Einfluss psychologischer Preise auf die Preisrigidität kann ebenso belegt werden. Auf Ebene der Handelsunternehmen bedeutet beispielsweise eine Zunahme des Anteils psychologischer Preise bei Preisaktionen um einen Prozentpunkt eine Verlängerung der Preisstarrheit um 1,3 Wochen.

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