Untersuchungen zur Bildung, Regression und Funktionalität des Corpus luteum der nicht graviden Hündin : morphologische und biochemische Aspekte
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Zusammenfassung
Vorliegenden Untersuchungen lag die Frage zu Grunde, inwieweit die bei der nicht graviden Hündin unabhängig von einem uterinen Luteolysin verlaufende Rückbildung der CL durch elektronenmikroskopisch feststellbare Veränderungen charakterisiert wird, inwieweit dabei apoptotische Signale erkennbar sind und ob in einem in vitro System durch Blockierung der Progesteron- und Östrogenrezeptoren auf eine parakrine/autokrine Wirkung von Progesteron und Estradiol geschlossen werden kann. Für die transmissionselektronenmikroskopischen Untersuchungen wurden von 19 Beagle-Hündinnen an den Tagen 5, 15, 30, 45, 60, 75 und 113 post ovulationem (p. o.) die Ovarien mittels Ovariohysterektomie (OHE) entnommen, die CL frei präpariert und anschließend für die Dünnschnitt-Technik weiterbehandelt. Entsprechend der festgestellten morphologischen Veränderungen kann bei der nicht graviden Hündin im Verlauf des Diöstrus das Erscheinungsbild des CL den Phasen Proliferation und Regression zugeordnet werden. Charakteristisch für die sich bis Tag 45 erstreckende Proliferationsphase sind rundliche Kerne mit homogener euchromatinischer Struktur und 1-2 Nukleoli, zahlreichen Mitochondrien vom Tubulustyp und das sehr voluminöse glatte ER. Die Zellzwischenräume zeigen neben freien Erythrozyten zahlreiche gut ausgebildete Kapillaren, wobei offensichtlich fast jede Luteinzelle einen engen, direkten Kontakt mit den Kapillaren aufweist. Ab Tag 45 zeigt das glatte ER erste degenerative Veränderungen, wie Verhellungen und Verschmelzungsherde, sowie Lipidvakuolen im Zentrum der wirbelartigen Komplexe (fettige Degeneration). Am Tag 60 zeigen die Zellkerne beginnende Chromatinkondensation (Heterochromatin) oder sind sogar pyknotisch und haben oft gelappte Form. Vom 75. bis zum 113. Tag werden in den Luteinzellen alle Degenerationserscheinungen im Bereich Kern (Lobulierung, Pyknose) und glattes ER (vakuolige Einschmelzungsherde)immer ausgeprägter. Der Nukleus ist nun deutlich lobuliert mit großem Gehalt von Heterochromatin. Das glatte ER ist nach wie vor in Wirbeln mit großen Lipidgranula in deren Zentren strukturiert. Diese Ergebnisse sind in Übereinstimmung mit den wenigen bisher zur Morphologie des CL der Hündin beschriebenen Befunden; allerdings ergeben die eigenen Untersuchungen keinen Hinweis auf die Möglichkeit einer Differenzierung zwischen großen und kleinen Luteinzellen (Granulosa- und Theka-Luteinzellen). Sie haben weiterhin gezeigt, dass die morphologisch feststellbare Luteolyse der funktionalen gemessen an der Progesteronsekretion nachhinkt. Auf das Vorkommen der Apoptose wurden CL untersucht, die zu den Tagen 5, 15, 25, 35, 45 und zwischen Tagen 60-80 p. o. mittels OHE von 20 Hündinnen unterschiedlicher Rassen gewonnen und in Paraffin eingebettet worden waren. Die immunhistochemische Detektion erfolgte mittels der Caspase-3- sowie der TUNEL-Methode. Dabei konnten Apoptotische Signale nur an den Tagen 60-80 p. o., also deutlich später als der Beginn der lutealen Regression, nachgewiesen werden. Beim Versuch der Etablierung eines in vitro Zellkultursystems mit Luteinzellen zeigte sich, dass sich brauchbare Kulturen nur mit CL ergaben, die am Tag 5 und gegebenenfalls auch noch an Tag 10 p. o. gewonnen worden waren. Ein Effekt der Hemmung der Progesteronrezeptoren durch das Antigestagen zeigte sich nicht, ebenso wenig wie ein Effekt nach Hemmung der Östrogenrezeptoren durch Tamoxifen. Die Aussagekraft dieser Befunde ist jedoch limitiert, da das CL der Hündin im Verlauf des Diöstrus unterschiedlichen Regelmechanismen unterliegt und da auch nach Cholesterinzusatz keine signifikante Steigerung der Progesteronsynthese beobachtet werden konnte.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
