In der vorliegenden Studie werden 25 Hunde mit Nasentumoren (10 Karzinome, 10 Sarkome und 5 Ästhesioneuroblastome) mit einer Kombinationstherapie bestehend aus palliativer 60Cobalt Strahlentherapie und einer Chemotherapie mit Carboplatin behandelt. Es werden eine Gesamtstrahlendosis von 24 Gy (3 Fraktionen à 8 Gy, Tag 0, 7, 21) und fünf Applikationen Carboplatin (270 - 300 mg/m2 KOF. i. v. alle 21 - 28 Tage) verabreicht. Um die radiosensitivierende Wirkung des Carboplatins zu nutzen, werden die ersten beiden Applikationen 20 Minuten vor der ersten bzw. dritten Bestrahlung durchgeführt. Die Stadieneinteilung des Primärtumors wird computertomographisch unterstützt nach dem TNM-Schema der WHO vorgenommen. Bei 24 von 25 Hunden müssen ein oder beide Augen und / oder der rostrale Bereich des Gehirns ins Bestrahlungsfeld einbezogen werden. Zur Ermittlung der Tumorremission werden CT-Verlaufskontrollen in zwei- bis dreimonatigen Abständen durchgeführt.
88% der Patienten zeigen eine Verbesserung der klinischen Symptome (Nasenausfluss, respiratorische Symptome). Bei fünf Hunden kommt es zur partiellen und bei weiteren fünf zur kompletten Tumorremission. Die Chemotherapie wird von allen Patienten gut toleriert. Nur bei drei Patienten, bei denen die Augen in den primären Strahlengang einbezogen werden müssen, kommt es zu schwerwiegenden Strahlenreaktionen, die zu einer Erblindung des betroffenen Auges führen.
Die Überlebenszeiten liegen zwischen 10 und 639 Tagen, bei einer medianen Überlebenszeit von 156 Tagen. Vier Hunde sind am Leben (317, 454, 523, 639 Tage). Es kann keine statistisch signifikante Korrelation zwischen den untersuchten Parametern (Rasse, Alter, Geschlecht, histologischer Tumortyp, Tumoreinbruch ins Gehirn, Tumorstadium) und der progressionsfreien Zeit bzw. der Überlebenszeit festgestellt werden. Patienten mit Tumorremission haben eine signifikant längere Überlebenszeit als Patienten mit stabiler Erkrankung.
Die Ergebnisse zeigen, dass mit einer hypofraktionierten Bestrahlung kombiniert mit Carboplatin eine exzellente Palliation der Symptome mit akzeptablen Überlebenszeiten erreicht werden kann.
Weiterführende Studien sind erforderlich, um einen eventuellen Therapievorteil dieser Kombinationstherapie im Vergleich zu alleiniger palliativer Bestrahlung zu evaluieren.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen