Gliome machen etwa 45-55% der intrakraniellen Tumoren des Kindes- und Erwachsenenalters aus. Trotz erheblicher Weiterentwicklung der diagnostischen Verfahren, der operativen Techniken und Radiotherapie ist die Behandlung von malignen Gliomen bis heute noch unbefriedigend. Insbesondere hat die adjuvante Chemotherapie bisher versagt und konnte somit die Überlebenszeit von Gliompatienten nicht signifikant beeinflussen. Hier ist jedoch am ehesten eine Verbesserung der Behandlung der bösartigen Hirntumoren durch die Einführung neuer Substanzen zu erwarten.
Frühere Studien haben bereits eine konzentrationsabhängige Proliferationshemmung der Zellkulturen von Gliomzell- Linien durch den Einsatz des Phytotherapeutikums Boswelliasäure gezeigt. Darüber hinaus wurden in klinischen Studien eine Verbesserung des perifokalen Ödems sowie der klinischen Symptome der Patienten durch den Einsatz der Boswelliasäuren beobachtet. Das Ziel der vorliegenden experimentellen Studie war es, den Einfluss der Boswelliasäuren auf die Überlebenszeit und die klinischen Symptome anhand eines Rattengliom- Modells in vivo zu untersuchen.
Weiblichen Wistar Ratten mit einem Gewicht von 200-250g wurden C6-Gliomzellen in den rechten Nucleus Caudatus implantiert und in vier randomisierte Gruppen aufgeteilt. Die Therapiegruppen wurden mit unterschiedlichen Medikamentendosen behandelt und mit der unbehandelten Kontrollgruppe verglichen.
Die Überlebenszeit der Ratten in der Gruppe mit der höchsten Medikamentendosis (3X240 mg/kg KG) lag mehr als doppelt so hoch wie die der Kontrollgruppe (P <0.05).
Darüber hinaus fand sich eine deutliche Verbesserung der Vitalität und des Gewichtes der Tiere, behandelt mit der höchsten Medikamentendosis (3X240 mg/kg KG) im Vergleich zu der unbehandelten Gliom-Gruppe.
Diese Daten demonstrieren die positive Wirkung der Boswelliasäuren auf die Rattengliome und repräsentieren eine neue Option in der Therapie humaner Gliome in der Zukunft. Um eine definitive Aussage zu machen sind jedoch noch weitere experimentelle Studien an humanen Gliomen notwendig.
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