Medizinische Behandlungsqualität und Kostensituation von Patienten mit Multipler Sklerose in verschiedenen Versorgungssystemen in Deutschland

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Es wurden 3 verschiedene Kollektive an MS erkrankter Patienten verglichen. Nur im Kollektiv der Integrierten Versorgung MS in Hessen (n=185) kamen Managed Care-Instrumente zum Einsatz. Das 197 Patienten umfassende Kollektiv aus der Regelversorgung Hessen hatte mit dem Kollektiv der IV-MS das MS-Zentrum der Uni Giessen als gemeinsame Schnittstelle. Das Oberfränkische Kollektiv von 185 MS-Patienten aus der Regelversorgung wurde überwiegend ambulant neurologisch und hausärztlich versorgt.Die drei Kollektive zeigten sich hinreichend homogen für eine vergleichende Analyse. Bezüglich des Einsatzes von Immuntherapeutika der MS wies das Kollektiv in der IV-MS die am stärksten optimierte Immuntherapie auf mit der stärksten therapeutischen Aktivität in der Vergangenheit, wohingegen das Oberfränkische Kollektiv ein hohes nicht ausgeschöpftes therapeutisches Potential aufwies. Die RV-Hessen wies die höchste aktuelle Basistherapiequote unter den drei Kollektiven auf, zeigte jedoch weniger therapeutische Aktivität in der Vergangenheit auf als die IV-MS. Der im Trend höhere Behinderungsgrad des Oberfränkischen Kollektivs, die dort höchste Krankheitsaktivität und die häufigste Nennung von MS-assoziierten Symptomen können als ein Ergebnis der schlechteren immuntherapeutischen Versorgung verstanden werden. Das Kollektiv der RV-Hessen zeigte eine höhere Krankheitsaktivität als das Kollektiv der IV-MS. MS-assoziierte Symptome wurden in der RV-Hessen etwas häufiger beklagt als in der IV-MS. Es bestanden Hinweise für eine bessere Versorgung mit symptomatischen Therapien in den strukturierten Versorgungsformen der IV-MS und der RV-Hessen gegenüber dem Oberfränkischen Kollektiv. Die Patientenzufriedenheit war in der IV-MS am höchsten, in Oberfranken am geringsten. Es bestanden keine messbaren Effekte der Versorgungsformen auf die Lebensqualität. Die Kostenanalyse konnte aufzeigen, dass die Mehrfinanzierung des ambulanten Sektors inklusive der ambulant-ärztlichen Leistungen und der Heilmittelversorgung in der IV-MS zu erheblichen Einsparungen im stationären Bereich führte. In unserer gesundheitsökonomischen Evaluation konnten wir den Nachweis führen, dass sich die medizinische Behandlungsqualität und die Patientenzufriedenheit durch Managed-Care-Instrumente steigern lassen, ohne dabei relevante Mehrkosten zu verursachen.

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