Prognostische Aussagekraft der Primärdiagnostik bezüglich Erholung der linksventrikulären Funktion bei Patienten mit Erstdiagnose einer idiopathischen dilatativen Kardiomyopathie
Zielsetzung: Das Ziel dieser Studie war die Identifikation prognostischer Parameter für die spontane Erholung bei der idiopathischen dilatativen Kardiomyopathie (DCM) zum Zeitpunkt der Erstdiagnose (ED). Als Zielparameter wurde die linksventrikuläre Ejektionsfraktion beim Follow-up (FU-LVEF) gewählt.Methoden und Ergebnisse: 80 Patienten mit maximal seit drei Monaten bestehenden DCM-Symptomen und einer LVEF bei ED kleiner gleich 45 % wurden anhand ihres FU-LVEF (FU: minimal 10 Monate, Median 14 Monate) in Gruppen eingeteilt (Grenzwerte FU-LVEF 35 % / 50 %). Bei der ED und beim FU wurden erhoben: LVEF und linksventrikuläre enddiastolische Durchmesser (LVEDD). Zusätzlich wurden nur bei der ED bestimmt: rechtsventrikuläre Funktion (RVF), QRS-Breite, Linksschenkelblock (LSB) und Herzrhythmusstörungen (HRS) im Elektrokardiogramm, NYHA-Klassifikation, Body-Mass-Index (BMI), anamnestische arterielle Hypertonie (aHT), akut dekompensierte Herzinsuffizienz (ADHF) und Linksherzkatheteruntersuchung (LHK) durchgeführt. Bei ausgewählten Patienten wurde bei der ED eine kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) zur Erfassung der Fibrose über ein Late Gadolinium Enhancement (LGE) durchgeführt. Als Laborparameter wurden bei der ED Galectin-3 (Gal-3), N-terminales pro brain natriuretisches Peptid (NT-proBNP), kardiales Troponin T (hsTnT), C-reaktives Protein (CRP) und die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bestimmt. Die Patienten wurden leitliniengerecht medikamentös behandelt. Das linksventrikuläre reverse Remodelling (LVRR) wurde über die Verbesserung der LVEF bestimmt. 37,5 % der Patienten zeigten eine partielle Erholung (Verbesserung der LVEF größer gleich 10 % und FU-LVEF <50 %) und 27,5 % eine komplette Erholung (FU-LVEF größer gleich 50 %). Als primärer Endpunkt für die Analyse der Prognosefaktoren wurde eine FU-LVEF größer gleich 35 % festgelegt (30 % der Patienten). Folgende Parameter korrelierten in der univariaten Cox-Regressionsanalyse mit dem Endpunkt: Gal-3, NT-proBNP, CRP. Die Differenz des LVEDD von ED zu FU zeigte eine tendenzielle Assoziation zur FU-LVEF (p=0,052, t-Test). CRP zeigte in der ROC-Analyse ebenfalls einen signifikanten Zusammenhang zum Endpunkt (P=0,043). Der optimale Cut-off-Wert betrug für Gal-3 18,1 ng/ml, für CRP 0,95 mg/dl und für NT-proBNP 2725 pg/ml (ROC-Analyse). Die Kombination von NT-proBNP und Gal-3 Parameter steigerte die prognostische Aussagekraft für die FU-LVEF kleiner gleich 35 % (p=<0,001).Schlussfolgerung: Gal-3 war in der Lage, den primären Endpunkt (Zugehörigkeit zur Gruppe FU-LVEF größer gleich 35 % oder FU-LVEF <35 %) vorherzusagen. Die Kombination von NT-proBNP und Gal-3 verbesserte die prognostische Wertigkeit.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen