Inzidenz und Risikofaktoren für hypotensive Episoden nach Anlage rückenmarksnaher Regionalanästhesien : Analysen mit einem Anästhesie-Informations-Management-System

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Eine Hypotension zählt zu den häufigsten und wichtigsten Nebenwirkungen bei der Anlage einer rückenmarksnahen Anästhesie wie Spinalanästhesie (SpA) und kombinierter Spinal-Epiduralanästhesie (CSE). Mit Hilfe der im Anästhesie-Informations-Management-System (AIMS) dokumentierten Datensätze wurde ein Algorithmus zur automatischen Detektion dieser Komplikation entwickelt. Dieser wurde als Abfall des mittleren arteriellen Blutdrucks um mehr als 30 % innerhalb von maximal zehn Minuten (min) nach SpA-Punktion und therapeutischer Applikation zusätzlicher Infusionen oder Vasopressoren innerhalb von 20 min nach Beginn des Blutdruckabfalls definiert. Die Analyse von 3.315 Online-Datensätzen singulärer SpA, die von 1997 bis 2000 mit dem AIMS dokumentiert wurden, zeigte eine Inzidenz von 5,4 % für dieses als relevante Hypotension bezeichnete Ereignis. Bei der Anlage einer SpA im Rahmen einer CSE lag diese Inzidenz bei 10,9 %, wie wir in einer zweiten Studie an 1.023 Patienten belegen konnten. In dieser Vergleichsstudie wurden zudem 1.596 singuläre SpA mit einer Inzidenz der relevanten Hypotension von 5 % detektiert. Um unabhängige Prädiktoren für den Auftritt einer relevanten Hypotension zu erkennen, wurden mehr als 20 patientenspezifische, operative und anästhesiologische Variablen in Hinblick auf dieses Ereignis zunächst univariat und folgend multivariat, mit Hilfe der schrittweise vorwärtsgerichteten Regression, getestet. Die Diskrimination der erstellten Modelle wurde mit einer Receiver-Operating-Characteristic Kurve (ROC) überprüft. Die Hosmer-Lemeshow goodness-of- fit-Statistik zeigte in beiden erstellten Modellen jeweils eine gute Kalibration. Als unabhängige Risikoprädiktoren erwiesen sich für die singuläre SpA als patientenspezifische Variablen der chronische Alkoholkonsum (Odds Ratio (OR) = 3,05), eine vorbekannte Hypertonie (OR = 2,21), ein erhöhter Body-Mass- Index (OR = 1,08) und als anästhesiologische Variable die Höhe des sensorischen Blocks >= Th6 (OR = 2,32) und die Dringlichkeit des Eingriffs (OR = 2,84). Die vorbekannte Hypertonie (OR = 1,83) und eine Th6 übersteigende sensorische Blockade konnten auch in der multivariaten Analyse der CSE-Daten als unabhängige Prädiktoren für das Ereignis einer relevanten Hypotension ermittelt werden. Die aufgefundenen Risikoprädiktoren sollten in der klinischen Routine zu einer erhöhten Vigilanz beitragen, um das erhöhte Hypotonierisiko rechtzeitig erkennen und einschätzen zu können und frühzeitig Behandlungsalgorithmen zu entwickeln und auch anwenden zu können.

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