Der Einfluß von Taurin und beta-Alanin auf die Pools primärer Amino- und alpha-Ketosäuren sowie ausgewählte Immunfunktionen in menschlichen polymorphkernigen neutrophilen Granulozyten

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Die von uns genutzten Untersuchungsverfahren durch Verbesserung bereits bestehenderMethodiken erstmals eine quantitative, hochexakte und reproduzierbare Aminosäureanalytikfreier intrazellulärer Aminosäuren und alpha-Ketosäuren in neutrophilen Granulozyten. BeiBetrachtung einer möglichst geringen erforderlichen Probenmenge, der schonenden PMN-Separation,der Probenvorbereitung und einer möglichst langen Probenhaltbarkeit sowie dergenutzten Fluroreszenz-Hochdruck-Flüssigkeits-Chromatographie-Verfahren erfüllen dieseden erforderlichen Anforderungen einer sehr sensitiven und vollwertigen intrazellulärenAminosäuren- und alpha-Ketosäurebestimmung. Im Rahmen des in dieser Arbeit untersuchtenTaurins bzw. Hypotaurins zeigt sich hier eine verstärkte intragranulozytäre Akkumulationsowie bei einem Vergleich mit ihren plasmatischen Vorkommen einen hohenKonzentrationsgradienten. Ferner weisen weiterführende Untersuchungen auf eine hohestoffwechselphysiologische Bedeutung - d. h. relevante metabolische und nutritiveFunktionen Taurins hin, vor allem im Rahmen der Aufrechterhaltung einer intrazellulärenAminosäure- und alpha-Ketosäuresubstrathomöostase sowie für die besonderenStoffwechselanforderungen und pathophysiologischen Erfordernisse von Granulozyten.Obwohl hier ein direkter Zusammenhang bei den gemessenen immunologischenVeränderungen nur vermutet werden kann und Modulationen der freien Taurin- undHypotaurinkonzentration nicht zwangsläufig die Beeinflussung spezifischerpathophysiologischer Stoffwechselwege der PMN wiedergeben müssen, kann jedoch beiBetrachtung der bis jetzt erlangten Forschungsergebnisse angenommen werden, dassdiätetisch sowie pharmakologisch oder auch stoffwechselmodulatorisch induzierteKonzentrationsveränderungen von freiem Taurin und Hypotaurin innerhalb der PMN-Zellenbedeutende stoffwechselphysiologische Determinanten darzustellen scheinen, die dieIntensität und Qualität der granulozytären Immunantwort positiv, aber auch negativ verändernkönnen.Für die klinisch-therapeutische Nutzung im Rahmen erwähnter Erkrankungsformen, wie z.B.Leberzirrhose, Nephrotischem Syndrom, Lungenfibrose oder Sepsis im Allgemeinen, könntendiese Ergebnisse von großer Bedeutung sein. So kann gerade bei Patienten mit bereitsbestehenden krankheitsbedingten Veränderungen intrazellulärer Stoffwechselreaktionensowie des systemischen und intrazellulären Substrathaushaltes die Störung zellulärerAminosäurestoffwechselprozesse in Kombination mit dem Verlust einer suffizienten Aminound alpha-Ketosäuresubstrathomöostase induziert durch eine medikamentöse Therapie weiterepathologische Veränderungen der granulozytären Integrität und Funktion verursachen. Hierkönnen nun mit einer Substitution spezieller Aminosäuren (wie in dieser Arbeit dasbeschriebene Taurin und Hypotaurin) im Rahmen der unterschiedlichen Aufgabenbereicheder Granulozyten bedeutende stoffwechselphysiologische und immunfunktionelleVeränderungen induziert werden. Jedoch müssen die therapiebedingten metabolischen undstoffwechselphysiologischen Auswirkungen auf den intragranulozytären Amino- und alpha-Ketosäurestoffwechsel noch weiter erforscht werden, da die bislang verfügbaren Daten eineabschließende Bewertung über einen grundsätzlichen therapeutischen Einsatz von Taurin undHypotaurin noch nicht zulassen. Gerade vor dem Hintergrund der immunologischenFunktionen migrationsfähiger Zellen wie Granulozyten muß beachtet werden, dass dieAktivierung der Funktionen der PMN-Zellen nicht nur einen positiven Effekt auf dieinflammatorische Situation haben kann, sondern auch eine zusätzliche Schädigungkörpereigener Zellen und Gewebe induzieren kann. Dies ist dann von besonderertherapeutischer Relevanz, wenn zelluläre sowie matrixabhängige Abwehrmechanismen nichtausreichend wirken bzw. durch die Entzündung selbst pathologisch verändert sind. WeitereForschungstätigkeit wird erforderlich sein, um alle hier angesprochenen Fragen auch vor demHintergrund einer Rechtfertigung zusätzlicher Therapiekosten hinreichend klären zu können.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2011

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