Für 20 Jahre waren primäre humane Hepatozytenkulturen das einzige in vitro Sytem um Infektionen mit HBV zu studieren. In dieser Arbeit wurde die Inhibition einer Infektion mit unterschiedlichen Antikörpern gegen HBV in einem primären Zellkultur-System mit Hepatozyten von Tupaia belangeri untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass monoklonale Antikörper gegen die drei Oberflächenstrukturproteine des HBV (LHBs, MHBs, SHBs) jeweils allein oder in Kombination eine Infektion inhibieren können. Auch die Verwendung von Antikörperfragmenten (Fab-Fragmente) dieser Antikörper konnte die Infektion effizient inhibieren. Ferner konnte gezeigt werden, dass humane polyklonale Antikörper ebenfalls in der Lage sind, eine Infektion mit HBV zu verhindern. Insbesondere bei gleichzeitiger Verwendung von Antikörpern gegen dieS-, präS1- und präS2-Domäne konnte eine bessere Inhibition beobachtet werden, als bei alleiniger Nutzung von Antikörpern gegen die S-Domäne. In Anbetracht einer steigenden Anzahl von escape-Mutanten unter antiviraler Therapie mit reversen Transkriptasehemmern ( wie z.B. Lamivudin) oder bei Reaktivierung einer Infektion mit HBV nach Chemotherapie, sollte die bisherige Impfpraxis neu überdacht werden. Die derzeitigen gebräuchlichen Impfstoffe enthalten lediglich das SHBs und induzieren einzig Antikörper gegen die S-Domäne. Die Ergebnisse dieser Arbeit legen nahe, dass ein Kombinationsimpfstoff mit Antikörpern sowohl gegen die S-Domäne, als auch gegen die präS-Domänen weitaus effektiver wäre.
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