Die Wirkung trizyklischer Antidepressiva auf Tetrodotoxin-resistente Natriumkanäle des peripheren Nervensystems

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Hintergrund: Trizyklische Antidepressiva spielen bei der Behandlung des neuropathischen Schmerzes eine wichtige Rolle. Ein denkbarer Wirkmechanismus könnte die Blockade neuronaler spannungsabhängiger Natriumkanäle sein. In dieser Arbeit wurde die Wirkung der tri-zyklischen Antidepressiva Amitriptylin, Nortriptylin, Doxepin, Imipramin und des tetrazykli-schen Antidepressivums Maprotilin auf TTX-resistente Natriumkanäle in Spinalganglienzel-len von Ratten untersucht.Methoden: Die Darstellung TTX-resistenter Natriumströme enzymatisch isolierter Spinal-ganglienzellen der Ratte erfolgte mit Hilfe der whole-cell -Konfiguration der patch-clamp -Methode. In den voltage-clamp -Experimenten wurde den Zellen zur Erzeugung einer Akti-vierungskurve zunächst ein Ruhemembranpotential von -90 mV angelegt, was dem Ruhepo-tential der Zellen entspricht. Nach einem 20 ms dauernden hyperpolarisierenden Vorimpuls nach -110 mV wurden die Natriumströme durch einen 20 ms langen depolarisierenden Span-nungssprung nach -10 mV ausgelöst. Es folgten jeweils neun weitere Depolarisierungsimpul-se mit einer Frequenz von 2 Hz. Halbmaximale Blockierungskonzentrationen (IC50) wurden mittels Konzentrations-Inhibitionskurven bestimmt. Ergebnisse: In allen durchgeführten Experimenten inhibierten alle untersuchten Pharmaka TTX-resistente Natriumströme konzentrationsabhängig und auch während der phasischen Blockade reversibel. Halbmaximale-Blockierungskonzentrationen für den tonischen sowie den phasischen Block wurden von den Stoffen Amitriptylin 17,7±1,2 µmol/l, 2,8±0,2 µmol/l, Nortriptylin 33,1±2,6 µmol/l, 7,5±1,3 µmol/l, Doxepin 55,9±4,1 µmol/l, 12,6±0,6 µmol/l, Imipramin 44,0±6,0 µmol/l, 7,3±1,9 µmol/l, Maprotilin 17,6±5,0 µmol/l, 10,0±2,8 µmol/l und des Lokalanästhetikums Lidocain 277±17 µmol/l, 79±6 µmol/l erstellt.Folgerungen: Alle in dieser Arbeit untersuchten Antidepressiva blockierten TTX-resistente Natriumströme um ungefähr den Faktor zehn stärker als das Lokalanästhetikum Lidocain. Abgesehen von Maprotilin ist vor allem der use-dependent Block dieser Substanzgruppe, im Vergleich zu dem der Lokalanästhetika, deutlich stärker ausgeprägt. Therapeutische Plasma-konzentrationen von Amitriptylin und Lidocain sind also in der Lage, repetitive TTX-resistente Aktionspotentiale kleiner sensorischer Spinalganglienzellen zu unterdrücken bezie-hungsweise abzuschwächen. Abschließend ist zu sagen, dass die schmerzlindernde Wirkung der Antidepressiva wahrscheinlich, beruhend auf ihrer Fähigkeit zur Verringerung der Entla-dungsfrequenzen in ektopen Zentren, auf ihre Natriumkanal-blockierenden Eigenschaften zurückzuführen ist.

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Der Schmerz 19, 2005 [Suppl 1]: 75-76

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