Vergleichende Untersuchungen zum Nachweis von Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis in Milchrinderbeständen
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Zusammenfassung
Die Paratuberkulose des Rindes wird von Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis (MAP) hervorgerufen. Da eine Beteiligung von MAP am Krankheitsgeschehen des Morbus Crohn beim Menschen nicht auszuschließen, dieser Erreger in Tierbeständen weit verbreitet ist und insbesondere Lebensmittel tierischen Ursprungs als Vektoren in Verdacht stehen, ist die Etablierung eines zuverlässigen und schnellen Verfahrens zum frühzeitigen Nachweis des Erregers in Milchrinderbeständen von entscheidender Bedeutung.In der vorliegenden Arbeit wurde deshalb ein institutseigenes TaqMan® Real-Time PCR-Verfahren (Schönenbrücher et al., 2008) basierend auf den spezifischen MAP-Markern F57 und ISMav2 in Kombination mit vier unterschiedlichen DNA-Extraktionsverfahren zum Nachweis von MAP aus artifiziell kontaminierten sowie nativen Rinderkotproben vergleichend untersucht. Bei den vier DNA-Extraktionsverfahren handelte es sich um zwei Standard- sowie zwei modifizierte DNA-Extraktionsverfahren mit einer zusätzlichen mechanischen Aufreinigung der Fäzesproben. Die Ergebnisse der artifiziell kontaminierten Rinderkotproben lassen klar erkennen, dass die mechanische Aufreinigung der Rinderkotproben sowie eine erhöhte Koteinwaage bei der DNA-Isolierung aus der Matrix Rinderkot einen entscheidenden Vorteil beim molekularbiologischen Nachweis von MAP bietet. Unter Berücksichtigung der modifizierten thermisch-chemisch-mechanischen DNA-Extraktionsverfahren konnten mit dem institutseigenen TaqMan® Real-Time PCR-Verfahren Erregerkonzentrationen von 102 KbE/g Rinderkot mit einer Nachweiswahrscheinlichkeit von 100 % erzielt werden. Bei der Untersuchung von 206 voruntersuchten, nativen Rinderkotproben wurde mit dem TaqMan® Real-Time PCR-Verfahren eine Spezifität von 100 % und eine Sensitivität von 91,6 % im Vergleich zu der Kotkultur, dem gold standard der Paratuberkulosediagnostik, bestimmt. Vergleichend wurde bei den Untersuchungen dieser nativen Rinderkotproben ein nested-PCR-Verfahren (Bull et al., 2003) basierend auf dem MAP-Marker IS900 mitgeführt, das eine Spezifität von 100 % und eine Sensitivität von 84,2 % erreichte. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass das institutseigene TaqMan® Real-Time PCR-Verfahren, kombiniert mit weiterentwickelten und modifizierten DNA-Extraktionsverfahren, einen zuverlässigen Erregernachweis aus der Matrix Rinderkot gewährleistet. Mit diesem molekularbiologischen Nachweissystem kann eine sensitive, spezifische und zugleich schnelle Methode für die Routinediagnostik von Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis (MAP) in Rinderkotproben zur Verfügung gestellt werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2009
