Von der präoperativen Risikostratifizierung zur Risikominimierung durch individualisierte perioperative Therapiestrategien bei nicht-herzchirurgischen Operationen
| dc.contributor.advisor | Sander, Michael | |
| dc.contributor.author | Schmidt, Götz Friedrich | |
| dc.date.accessioned | 2026-06-05T11:33:11Z | |
| dc.date.issued | 2025 | |
| dc.description.abstract | Der Erkennung sowie dem anschließenden, individualisierten und zielgerichteten Management von Risikopatienten vor, während und nach nicht-herzchirurgischen Operationen kommt eine wachsende Bedeutung zu, wenngleich dezidierte Therapiestrategien bislang kaum verfügbar sind. Hier stehen vor allem die Erkennung und Optimierung kardialer Erkrankungen sowie die postoperative Vermeidung von kardiopulmonalen Komplikationen im Vordergrund. In dieser Habilitationsschrift wurden daher zunächst Patienten mit einem erhöhten postoperativen Morbiditätsrisiko mittels präoperativer NT-proBNP-Messung identifiziert. Hierzu wurde im Rahmen einer Observationsstudie bei 200 Patienten vor nicht-herzchirurgischer Operation mit mittlerem oder hohem chirurgischem Risiko in Allgemeinanästhesie routinemäßig NT-proBNP bestimmt und ein Grenzwert für die Prädiktion eines weitgefassten Morbiditätsendpunkts (Rehospitalisierung, akute Nierenschädigung, Infektion und kardiale Dekompensation) gesucht. Patienten mit NT-proBNP >450 pg/ml wiesen dramatisch erhöhte Ereignisraten im postoperativen 30-Tagesverlauf auf. Die Vorhersage des primären Endpunkts mittels isolierter und einmaliger NT-proBNP-Messung war im Vergleich zum etablierten Revised Cardiac Risk Index nach Lee verbessert. Die Biomarker-Messung kann somit die rein klinische Risikoeinschätzung verbessern, sodass im Rahmen der nächsten Arbeiten einerseits der Fokus auf das intraoperative Management mittels zielgerichteter, hämodynamischer Therapiealgorithmen gelegt wurde. Andererseits wurden in laborexperimentellen Versuchsreihen verschiedene kreislaufwirksame Medikamente untersucht, die die mukoziliäre Clearance-Funktion der unteren Atemwege und damit deren Integrität und die pulmonale Funktion insgesamt im perioperativen Umfeld beeinflussen könnten. In einer monozentrischen, randomisierten Interventionsstudie stand zunächst der Einfluss der Infusionsgeschwindigkeit auf die Effektivität einer Bolusinfusion im Fokus. Hier zeigte sich, dass Bolusinfusionen, innerhalb von fünf Minuten appliziert, hämodynamisch effektiver sind als Gaben desselben Volumens innerhalb von 20 Minuten. Des Weiteren waren kolloidale Infusionen hinsichtlich der initialen hämodynamischen Antwort effektiver als kristalloide Infusionen. Im Rahmen einer multizentrischen randomisierten Interventionsstudie wurde sodann ein zielgerichteter hämodynamischer Therapiealgorithmus mit dem Ziel des Erhalts eines individuell optimierten Herzindex nach Narkoseinduktion und Volumenausgleich evaluiert. Hier wiesen die Patienten in der Interventionsgruppe jedoch eine erhöhte Inzidenz des primären Endpunkts auf, welcher sich aus Mortalität und relevanter Komplikation zusammensetzte. Vermutlich trug hier der retrospektiv scheinbar inadäquate Zeitpunkt der Bestimmung des optimalen Herzindex sowie die liberale Gabe von Dobutamin dazu bei. In zwei tierexperimentellen Versuchsreihen wurde untersucht, ob die perioperativ häufig applizierten, kreislaufwirksamen Pharmaka die mukoziliäre Clearance-Funktion der unteren Atemwege beeinflussen können. Hierzu wurde die Partikeltransportgeschwindigkeit bei isolierten Mäusetracheen unter dem Einfluss von Cafedrin/Theodrenalin, Dopamin, Noradrenalin und Vasopressin sowie zur Aufdeckung der zugrundeliegenden Signaltransduktionskaskaden nach zusätzlicher Inkubation mit verschiedenen inhibitorischen Substanzen gemessen. Hier erhöhten alle genannten Pharmaka die Partikeltransportgeschwindigkeit am Trachealepithel dosisabhängig stark, sodass eine zumindest transiente Wirkung bei intravenöser Applikation auch im Menschen möglich erscheint. Zusammenfassend lieferten die in dieser Habilitationsschrift dargelegten Originalarbeiten neue Implikationen für die Erkennung und das individualisierte, interdisziplinäre perioperative Management von Hochrisikopatienten vor nicht-herzchirurgischen Operationen, die derzeit in weiteren Studien noch tiefergehend evaluiert und weiterentwickelt werden. | |
| dc.identifier.uri | https://jlupub.ub.uni-giessen.de/handle/jlupub/21569 | |
| dc.identifier.uri | https://doi.org/10.22029/jlupub-20915 | |
| dc.language.iso | de | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.1186/s12871-024-02488-8 | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.1186/S13741-024-00400-Z | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.1186/s12871-022-01945-6 | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.1016/j.bja.2024.03.040 | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.3389/fphar.2023.1155930 | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.3389/fphar.2024.1401983 | |
| dc.rights | In Copyright | |
| dc.rights.uri | http://rightsstatements.org/page/InC/1.0/ | |
| dc.subject.ddc | ddc:610 | |
| dc.title | Von der präoperativen Risikostratifizierung zur Risikominimierung durch individualisierte perioperative Therapiestrategien bei nicht-herzchirurgischen Operationen | |
| dc.type | doctoralThesis | |
| dcterms.dateAccepted | 2026-05-11 | |
| local.affiliation | FB 11 - Medizin | |
| thesis.level | thesis.habilitation |