Epidemiologische Studie zur Verbreitung porziner Circoviren beim Wildschwein in Deutschland

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PMWS, weltweit die wirtschaftlich bedeutendste Erkrankung in der Schweineinproduktion, wird mit PCV 2 assoziiert. Weitere Erkrankungen wie Reproduktionsstörungen und der porcine respiratory disease Complex (PRDC) werden mit dem Virus assoziiert und das Virus gilt als ein Faktor für das Porzine Dermatitis und Nephropathie Syndrom (PDNS). Porzine Circoviren vom Typ I, die als Zellkulturkontaminante entdeckt wurden, gelten als nicht pathogen. Der Erreger beider Typen ist in den Hausschweinepopulationen weit verbreitet, kommen aber auch beim Wildschwein vor. Nur vereinzelt vorliegende Daten über das Vorkommen von PCV 2 beim Wildschwein deuten eine potentielle Rolle von Wildschweinen als Multiplikator und Reservoir für den Erreger an. Ziel dieser Arbeit ist, die Verteilung porziner Circoviren bei Wildschweinen ausgewählter deutscher Reviere zu untersuchen und die Variabilität verschiedener von Wildschweinen stammender Isolate zu vergleichen. Die Milzproben von 238 Wildschweinen aus vier Regionen (Westerwald, Hunsrück, Rheingau und Odenwald) wurden auf PCV 1- und PCV 2-spezifische Nukleinsäuren mittels PCR untersucht. In Hinblick auf das Alter und die körperliche Entwicklung der Wildschweine wurden die Befunde verglichen. Eine Probe (#214) wurde komplett sequenziert. Ein 742 Nukleotide umfassendes variables Fragment des PCV 2-Genoms wurde anhand von 16 Wildschwein-Isolaten vergleichend untersucht. Bei 61,8 % der untersuchten Tiere konnte weder PCV 1, noch PCV 2 nachgewiesen werden, 21,9 % waren positiv für PCV 1 und 18,1 % für PCV 2. Hinsichtlich der Prävalenzen konnten signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Revieren und Regionen aufgezeigt werden. Im Vergleich zu bisher publizierten Ergebnissen waren in den untersuchten Regionen Porzine Circoviren vom Typ II stärker und solche vom Typ I weniger stark verbreitet. Statistische Untersuchungen zeigten, dass jüngere Tiere signifikant häufiger betroffen waren als ältere, bezogen auf die körperliche Entwicklung der Tiere konnte jedoch kein Zusammenhang mit der Infektion festgestellt werden. Bei der vergleichenden Untersuchung des variablen Fragmentes konnten drei Varianten aufgezeigt werden. Eine Variante konnte bei 14 der 16 Proben identifiziert werden, beim Vergleich mit in der Datenbank veröffentlichten Sequenzen von Hausschwein-Isolaten zeigte diese die größte Übereinstimmung mit einem chinesischen Isolat. In der Basensequenz zeigte sich eine Verschiebung des STOP-Codons in Richtung des 5´-Endes durch eine Deletion um ein Nukleotid. Diese hatte eine Verlängerung des Capsidproteins um eine Aminosäure zur Folge. Die anderen beiden Varianten wichen in bis zu 4,7 % der Nukleotide und in bis zu 10,5 % der Aminosäuren von den übrigen Proben ab. Im Vergleich der Nukleotide konnten diese Varianten in Clustern mit europäischen, vornehmlich deutschen und französischen Isolaten, gruppiert werden. Ungeklärt bleibt die Frage, woher diese Isolate stammen, ob sie sich bei Wildschweinen entwickelt haben oder eingeführt wurden und in welcher Beziehung sie zur Entstehung von PMWS stehen.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2007

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