Nicht-invasive Untersuchung der Leistungsfähigkeit und der kardiovaskulären Funktion in einem in-vivo Herzinsuffizienzmodell beim Hamster

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Die chronische Herzinsuffizienz ist trotz großer Fortschritte in der Diagnostik und ständiger Verbesserung der medikamentösen Therapiemöglichkeiten eins der bedeutendsten Gesundheitsprobleme der westlichen Industrienationen. Demzufolge besteht auch weiterhin Bedarf, den Pathomechanismus der Erkrankung für zusätzliche Therapieansätze lückenlos aufzuklären. Schließlich handelt es sich bei der Herzinsuffizienz um ein komplexes klinisches Syndrom, das sich nach einem primären kardiovaskulären Ereignis erst über verschiedene Pathomechanismen entwickelt. Nach Remodelling-Prozessen auf zellulärer Ebene schließen sich neurohormonale Anpassungsvorgänge an, die zu vielfältigen Veränderungen im gesamten Organismus führen. Das Ziel dieser Dissertation war es, zur besseren Analyse dieses komplexen Systems, ein zusätzliches Tiermodell zu entwickeln, das neben der reinen Herzfunktion die körperliche Leistungsfähigkeit ins Zentrum der Untersuchung rückt. Schließlich stellt die körperliche Leistungseinschränkung auch beim Patienten ein entscheidendes Symptom der Herzinsuffizienz dar und ist die Grundlage für die Klassifikation der Herzinsuffizienz nach NYHA. Das Modell sollte auf dem freiwilligen Laufen der Versuchstiere basieren, um Stress-induzierte Artefakte durch forcierte Leistungstests auszuklammern. Für dieses Modell wurde der Hamster ausgesucht, da er unter Standardbedingungen beachtliche Leistungen im Rad erreicht und sehr geringe inter-individuelle und tagesabhängige Schwankungen zeigt. In den Versuchen konnte gezeigt werden, dass es zu einer signifikanten Reduktion der Laufleistung von Hamstern nach Myokardinfarkt kommt. Diese Einschränkung betrifft sowohl die gesamte Leistungsfähigkeit der Tiere, als auch die maximale Leistungsfähigkeit und Ausdauer. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass die Laufleistung in Abhängigkeit zu der Infarktgröße steht und dass es ab einer Infarktgröße größer als 15% des linken Ventrikels zu einer Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit kommt, die der NYHA Klassifikation II-III entspricht. Anhand echokardiogaphischer und hämodynamischer Untersuchungen konnte vergleichend die Einschränkung der Herzfunktion der Tiere mit einem Myokardinfarkt von über 15% bestätigt werden. Allerdings erwies sich der Myokardinfarkt im Hamster nicht als geeignetes Modell eine Herzinsuffizienz zu simulieren, da es zu einer hohen Mortalität der Tiere sowohl akut während der Operation, als auch in den ersten Tagen post OP kam. Verschiedene Therapieansätze, die intraoperative Mortalität zu senken, waren nicht erfolgreich. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Hamster mit Myokardinfarkt sich zwar gut eignet, die eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit während einer sich manifestierenden Herzinsuffizienz zu untersuchen, die hohen Tierverluste intra- und postoperativ aber gegen die Art der experimentellen Induktion der Insuffizienz durch Ligatur der Koronararterie in diesem Tiermodell sprechen.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2006

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