Die antenatale Kortikosteroidbehandlung bei drohender Frühgeburt : Auswirkungen auf das Outcome hypotropher Frühgeborener vor der 32. Schwangerschaftswoche

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Die antenatale Verabreichung von Glukokortikoiden bei drohender Frühgeburt - in erster Linie zur Akzeleration der fetalen Lungenreife ist ein seit Jahren etabliertes Verfahren in der Geburtshilfe. Um postpartale Auswirkungen dieser Substanzgruppe zu untersuchen, sind bisher zahlreiche Studien unternommen worden, welche sich auf nach unterschiedlichen Kriterien ausgewählte Frühgeborenenkollektive bezogen. Noch wenig einheitliche Erkenntnis besteht darüber, ob auch bei Frühgeborenen mit einem Gestationsalter bis zur 32. SSW und einem Geburtsgewicht unterhalb der 10. Perzentile, sogenannten 'SGA-Infants' (small for gestational age), ein positiver Effekt einer antenatalen Glukokortikoidbehandlung auf deren Outcome besteht und ob diese Kinder postpartal Entwicklungsvorteile haben. In vorliegender Arbeit wurde zum einen das Outcome hypotropher Frühgeborener mit dem eutropher verglichen, zum anderen wurden in beiden Gruppen die Kinder mit erfolgter antenataler Kortikosteroidbehandlung mit denen ohne Kortikosteroidbehandlung verglichen. Es konnte gezeigt werden, daß hypotrophe Frühgeborene hinsichlich der Lungenfunktion keinen Vorteil gegenüber normalgewichtigen Frühgeborenen hatten sie erkrankten häufiger an einem ANS und einer BPD und bei allen mit Surfactant behandelten hypotrophen Kindern lag die kumulative Surfactant-Gesamtdosis häufiger über 200 mg/kg Körpergewicht als bei den mit Surfactant behandelten eutrophen Kindern; eine antenatale Glukokortikoidprophylaxe brachte keine entscheidende Änderung für die Lungenfunktion der hypotrophen Kinder. Bei der Untersuchung des Vorkommens der cerebralen Erkrankungen IVH, phHc und PVL ergab diese Studie, daß hypotrophe Frühgeborene zwar tendentiell etwas häufiger betroffen waren als eutrophe, eine antenatale Glukokortikoidprophylaxe jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Erkrankungshäufigkeit hatte. Eine antenatale Glukokortikoidbehandlung dieser Kinder hatte ein geringeres Auftreten einer Retinopathia praematurorum zur Folge; auf alle weiteren in dieser Arbeit untersuchten Morbiditätskriterien zeigte sich kein signifikanter Einfluß. Desweiteren ließ sich feststellen, daß die untersuchten hypotrophen Frühgeborenen länger parenteral ernährt und insgesamt länger stationär behandelt werden mußten als die eutrophen Frühgeborenen, sich jedoch bezüglich dieser Zeitspannen kein verkürzender Effekt einer antenatalen Glukokortikoidprophylaxe erkennen ließ. Mit vorliegender Arbeit ließ sich zeigen, daß hypotrophe Frühgeborene mit einem Gestationsalter bis zur 32. SSW hinsichtlich der postnatalen Morbidität und Mortalität keine bessere Prognose haben als eutrophe Frühgeborene. Annahmen, daß diese Kinder durch verstärkte endogene Glukokortikoidproduktion und konsekutiv auch verstärkter Surfactantproduktion infolge erhöhter intrauteriner Stressituation eine bessere Lungenfunktion, eine niedrigere Morbidität und bessere Überlebenschancen hätten [12, 37, 64, 80, 91], konnte nicht entsprochen werden. Eine antenatale Glukokortikoidbehandlung, welche sich in Gesamtkollektiven oder bei eutrophen Frühgeborenen klinisch bewährt hat, hat bei hypotrophen Frühgeborenen bis 32 Wochen Gestationsalter nach den Ergebnissen dieser Studie kaum fördernden Einfluß.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform