Zur Knorpelprotektion von Harpagophytum procumbens DC : Histologische, zellbiologische und molekularbiologische Untersuchungen

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Präparate aus der Teufelskralle werden seit mehr als 50 Jahren von der Bevölkerung zur Behandlung bei rheumatischen Beschwerden genutzt. Inzwischen belegen klinische Studien eine gute klinische Evidenz der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Harpagophytum procumbens. In-vitro-Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Wirkbestandteile der Teufelskrallenwurzel Botenstoffe der Entzündung und Knorpelzerstörung hemmen. Um nachweisen zu können, ob die In-vitro-Untersuchungen ein Surrogat-Marker für eine knorpelprotektive Wirkung sind, wurde in einem Osteoarthritis-Modell beim Kaninchen ein Harpagophytum-Spezialextrakt über die Dauer von 6 Monaten mit dem Futter verabreicht. Ziel dieser Untersuchung war es, (1) histologisch Hüftknorpelgewebe von mit Harpagophytum-Extrakt behandelten, an einer Hüfte operierten Kaninchen mit Hüftknorpelgewebe mit dem unbehandelter operierter Tiere zu vergleichen, (2) das Hüftknorpelgewebe der beiden Kaninchengruppen molekularbiologisch mittels spezifisch für Kaninchen-RNA konstruierter Primer matrix-umbauender Gene zu untersuchen und (3) die Wirkung von Teufelskrallenwurzel und Weidenrindenextrakt auf die stimulierte Expression von Entzündungsmediatoren in bovinen und humanen Chondrozytenkulturen zu bestimmen. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen einen Trend zur chondroiden Regeneration im Hüftknorpel der operierten Seite bei den mit Harpagophytum procumbens behandelten Kaninchen (verminderte Zellzahl, vermehrte Farbintensität des Zytoplasmas (stärkere Basophilie) als unspezifischer Ausdruck eines erhöhten Stoffwechsels wie bei chondroider Regeneration) in den histologischen Schnitten. Bei der Elastika Färbung war die stärkere Farbintensität des Zytoplasmas des rechten Hüftknorpels (operierte Extremität) bei den mit Harpagophytum behandelten Kaninchen statistisch signifikant zum linken Hüftknorpel und zur nicht operierten Seite der Kontrolltiere. Im Einklang damit steht eine vermehrte Expression des Inhibitors der knorpelzerstörenden Metalloproteinasen (TIMP-2) bei zwei der mit Harpagophytum procumbens behandelten Kaninchen. Alle anderen untersuchten Moleküle wurden durch die Harpagophytum-Behandlung in ihrer Genexpression nicht verändert. In unseren bovinen Zellkulturen beeinflusste Harpagophytum procumbens die stimulierte Prostaglandin-E2-Synthese - vermutlich aufgrund von Verunreinigungen des Extraktes - nicht, da der bekannte Effekt auf die Zyklooxygenase in diesem Modell nicht nachgewiesen werden konnte, wohl aber eine Stimulierung der schädlichen Stickoxid-Produktion. Der untersuchte Weidenrindenextrakt hemmte dagegen in den bovinen Knorpelzellen die stimulierte Prostaglandin-E2-Synthese, was im Einklang mit der bekannten COX-2-Hemmung steht. Die Stickoxid-Synthese wurde auch hier nicht beeinflusst. Die Ergebnisse der Experimente unterstützen somit die Hypothese, dass Harpagophytum procumbens eine knorpelprotektive Wirkung ähnlich der moderner Antirheumatika besitzt, die über Effektormoleküle der Matrixsynthese vermittelt wird.

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Erstpublikation in

Phytomedicine. 13. 2006, 598-600

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