Hochauflösende Ultraschall-Analyse der Proliferation und Zystenbildung von Endometrioseherden im Mausmodell

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Die Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen beim Menschen, die etwa 8-10% aller Frauen im reproduktionsfähigen Alter betrifft. Um die Pathogenese der Endometriose untersuchen und neue Medikamente präklinisch testen zu können, sind geeignete Kleintiermodelle notwendig. In vielen Nagerstudien werden intraperitoneale Endometrioseherde chirurgisch durch Transplantation von Uterusstanzen in die Bauchhöhle induziert. In der vorliegenden Arbeit wurde zum ersten Mal ein hochauflösendes Ultraschallsystem für die repetitive in vivo Analyse solcher Endometrioseherde in Mäusen eingeführt.Zur Induktion intraperitonealer Endometrioseherde wurden isolierte Uterusstanzen in die Bauchhöhle von C57BL/6-Mäusen transplantiert. Je nach Versuchsgruppe wurden die Uterusstanzen autolog oder syngen transplantiert. Da diese sowohl aus Endometrium als auch Myometrium und Perimetrium bestanden, wurde untersucht, welchen Einfluss diese Gewebeschichten sowie die Größe und subperitoneale Lage der transplantierten Uterusstanzen auf das Wachstumsverhalten der sich daraus entwickelnden Endometrioseherde haben. Die Endometrioseherde sämtlicher Gruppen wurden am Tag der Transplantation der Uterusstanzen (Tag 0) sowie am 7., 14., 21. und 28. Tag mit dem hochauflösenden Ultraschallsystem Vevo770 analysiert. Am Ende des Beobachtungszeitraums wurden die Endometrioseherde mit dem Messschieber ausgemessen und im Anschluss für Histologieauswertungen entnommen. Zusätzlich erfolgte die Induktion von Herden, die am 3. und 7. Tag mittels intravitaler Fluoreszenzmikroskopie und Immunhistochemie analysiert wurden.Mit der hochauflösenden Ultraschalltechnik war es leicht möglich, intra-peritoneale Endometrioseherde repetitiv und nicht-invasiv zu detektieren und dabei erstmals Stroma- und Zystenanteile der Herde zu differenzieren. Die Volumenmessungen der Endometrioseherde mit Hilfe des Ultraschallsystems korrelierten sehr gut mit den Ergebnissen herkömmlicher Messmethoden. Weiterhin war sowohl die Intra- als auch die Interobserver-Variabilität der Volumenmessungen mittels Ultraschallbildgebung gering. Endometrioseherde, die sich aus syngen oder autolog transplantierten Uterusstanzen in die Bauchhöhle von C57BL/6-Mäusen entwickelten, wiesen unabhängig vom Transplantationsmodus ein vergleichbares Wachstum auf. Allerdings wirkte sich die initiale räumliche Orientierung der transplantierten Uterusstanzen unmittelbar auf die Ausbildung der Herde aus. So wiesen Herde, die sich aus Uterusstanzen entwickeln, deren Perimetrium an das Peritoneum der Bauchwand fixiert wurde, ein signifikant gesteigertes Wachstum im Vergleich zu Uterusstanzen auf, deren Endometrium an der Bauchwand anlag. Dies ging mit einer signifikant erhöhten Anzahl PCNA- und CD31-positiver Zellen in diesen Herden einher, wobei PCNA die proliferierenden Zellen und CD31 Gefäßendothelzellen färbt. Weiterhin hatten Endometrioseherde, die sich aus 3mm-Uterusstanzen entwickelten, im Vergleich zu Herden, die sich aus 2mm-Uterus-stanzen entwickelten, über den gesamten Untersuchungszeitraum ein größeres Herdvolumen. Ihr prozentuales Wachstum war jedoch im Vergleich zu den Herden der 2mm-Uterusstanzen deutlich reduziert. Subperitoneale Endometrioseherde wiesen im Vergleich zu intraperitonealen Herden ein homogeneres und gesteigertes Wachstumsverhalten auf. In ovarektomierten und Danazol-behandelten Mäusen regredierten die subperitonealen Endometrioseherde über den Untersuchungszeitraum. Danazol inhibiert die GnRH-Ausschüttung wodurch folglich der Östrogenspiegel im Blut fällt. Dies zeigt, dass auch die subperitonealen Endometrioseherde hormonabhängig sind.Mit dem hochauflösenden Ultraschallsystem Vevo770 ist es erstmals möglich, sowohl das Proliferations- als auch Sekretionsverhalten von Endometrioseherden in der Bauchhöhle von Mäusen repetitiv zu untersuchen. Durch die Nicht-Invasivität dieses Verfahrens müssen zu den einzelnen Versuchszeitpunkten keine Tiere für Endpunktanalysen der Herde getötet werden. Entsprechend trägt die hochauflösende Ultraschallbildgebung dazu bei, die für zukünftige tierexperimentelle Studien benötigten Tierzahlen maßgeblich zu reduzieren. Weiterhin konnte erstmals das Wachstumsverhalten subperitonealer Endometrioseherde analysiert werden. Dabei wurde gezeigt, dass sich subperitoneale Endometrioseherde im Vergleich zu konventionellen intraperitonealen Herden durch ein homogeneres, hormonabhängiges Wachstumsverhalten auszeichnen. Zusammenfassend konnten somit in der vorliegenden Arbeit mit der hochauflösenden Ultraschalldiagnostik und dem subperitonealen Endometriosemodell zwei neue wissenschaftliche Methoden in die Endometrioseforschung eingeführt werden, die zukünftig nicht nur neue Einblicke in die Pathogenese der Erkrankung ermöglichen, sondern auch zur Entwicklung neuer Therapiekonzepte einen wichtigen Beitrag leisten können.

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