Rolle der Mastzellen in der chronischen Prostatitis und dem chronischen Beckenschmerzsyndrom

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Die Mastzelle wird zunehmend als eine Entzündung initiierende und moduliernde Zelle beschrieben. So häufen sich die Hinweise, dass sie auch für die Entzündung- und Schmerzentwicklung der Chronischen Prostatitis und des Chronischen Beckenschmerzsyndromes (CP/CPPS) mit verantwortlich ist. Zudem wurden bei Patienten mit CP/CPPS erhöhte Östrogenspiegel im Seminalplasma festgestellt. Änderungen im Östrogenhaushalt ziehen Änderung der Genexpression und der epigenetischen Regulierung nach sich. Dies zeigte sich unter anderem in Mastzelllinien für die Gene BMP2 und BMP7, sowie in Brustkrebszelllinien für TGFB2 (Putnik et al. 2012). Änderungen der Epigenetik und der Expression bestimmter Gene wie ER1, ER2 und CXCR4 wurden auch bereits bei Patienten mit CP/CPPS nachgewiesen. In dieser Arbeit wurde der Frage nachgegangen, ob sich bei Patienten mit CP/CPPS systemisch erhöhte Tryptasewerte als Mastzellmarker nachweisen lassen, und inwieweit diese einen möglichen Zusammenhang mit klinischen Entzündungsparametern, dem PSA und den Hormonen Testosteron und Östradiol zeigen. Epigenetisch wurde untersucht, inwieweit CP/CPPS Änderungen in den Methylierungen der CPIs der Gene BMP2, BMP6, BMP7 und TGFB2 bewirkt. Auch wurden die mit unterschiedlichen Konzentrationen von Östrogen behandelten Mastzelllinien HMC-1 und LAD2 auf Änderungen der Methylierungen der Promotorregionen dieser Gene hin untersucht. Es wurden Proben von 85 Patienten mit CP/CPPS sowie von 40 gesunden Kontrollen untersucht. Die Messung der Tryptasespiegel erfolgte im Blutplasma. Die Messung der Promotormethylierung erfolgte im EDTA-Blut und in den mit Östrogen vorbehandelten Mastzelllinien HMC-1 und LAD2 via Pyrosequenzierung. Systemisch ließen sich mit der gewählten Methode keine Unterschiede zwischen Patienten und Gesunden in den Tryptasespiegeln im Blut aufzeigen. Für Messungen im Exprimaturin war die gewählte Methode offensichtlich nicht sensitiv genug und die Versuche wurden deswegen nicht weitergeführt. Es wurden keine Zusammenhänge der Tryptasewerte und den klinischen Parametern gefunden. Es konnten jedoch epigenetische Signale systemisch nachgewiesen werden. Hier wurde auch geringen Unterschieden der Methylierungen zwischen Gesunden und Erkrankten aufgrund der systemischen Messungen erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt: So zeigten die fünften Stellen der untersuchten CPIs von BMP2 und BMP6 eine signifikant höhere Methylierung bei Erkrankten verglichen mit Gesunden. Auch die erste Stelle von BMP7 bei Patienten war signifikant höher methyliert als bei Gesunden. Dies deckt sich mit den in dieser Arbeitsgruppe gemessenen Expressionen der mit Östrogen behandelten Mastzelllinie HMC-1: BMP2 und BMP7 wurden hier minderexprimiert. Auch konnte für die Methylierungen der Mastzelllinie HMC-1 eine Korrelation mit der behandelnden Östrogenkonzentration gefunden werden. Auch für TGFB2 wurden signifikante Unterschiede zwischen Gesunden und Erkrankten in den Methylierungen des untersuchten CPIs an den Stellen 1, 5 und 6 gefunden. Jedoch zeigen diese eine positive Korrelation mit dem Alter der Patienten und eine Altersabhängigkeit ist somit nicht auszuschließen.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform