Die Heterozygotie des Längenpolymorphismus "variable number of tandem repeats" des thrombozytären Glykoproteins Iba alpha als Risikofaktor für koronare Herzkrankheit und Myokardinfarkt in Niedrigrisikogruppen
Der thrombozytäre Glykoprotein-Ib-IX-V-Komplex (GP Ib-IX-V) spielt eine zentrale Rolle in der initialen Adhäsion der Thrombozyten an den im Subendothel gebundenen von-Willebrand-Faktor (vWF) während der Bildung koronarer Thromben. Der Längenpolymorphismus variable number of tandem repeats (VNTR) der thrombozytären GPIba-Untereinheit wird als erblicher Risikofaktor thromboembolischer Komplikationen angesehen. In dieser Studie wurde die potentielle Assoziation zwischen den verschiedenen VNTR-Allelen und der Häufigkeit der koronaren Herzkrankheit (KHK) und des Myokardinfaktes (MI) an 439 gesunden männlichen Probanden und 2272 männlichen Patienten, welche einer Koronarangiographie unterzogen wurden, untersucht. In der Gesamtgruppe konnte keine Assoziation zwischen GPIba VNTR-Varianten und dem Risiko für die KHK und den MI gefunden werden. Interessanterweise zeigte der Vergleich zwischen den Heterozygoten und den Homozygoten eine Tendenz der Überrepräsentation der heterozygoten Individuen bei Patienten mit KHK (p = 0,068) und MI (p = 0,068). Das Risiko einer KHK (p = 0,006) und eines MI (p = 0,015) waren bei Heterozygoten in Untergruppen erhöht, welche einen hohen Apolipoprotein AI-Spiegel und einen niedrigen Apolipoprotein B-Spiegel aufwiesen. Dies indiziert, dass ein proatherogener Effekt des Längenunterschiedes des GPIba von größerer Wichtigkeit in Niedrigrisikogruppen mit einem günstigen Lipidprofil sein könnte.Die vorliegende Studie liefert Hinweise, dass der Längenunterschied der GPIba-Isoformen des GPIb-IX-V-Komplexes einen genetischen Risikoindikator für Atherothrombose bei Heterozygoten darstellt.
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