Autoantikörper bei Hodgkin-Lymphom-Patienten mit und ohne begleitende paraneoplastische neurologische Syndrome

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Einleitung: Paraneoplastische neurologische Syndrome (PNS) sind Erkrankungen, die mit einem Tumor assoziiert sind, aber nicht durch diesen selbst oder seine Metastasen hervorgerufen werden. Es wird eine autoimmune Genese der PNS vermutet, nachdem mehrere onkoneuronale Autoantikörper identifiziert werden konnten. Beim Hodgkin-Lymphom wurden anti-Tr-Autoantikörper im Zusammenhang mit paraneoplastischer Kleinhirndegeneration (PCD) identifiziert. Antineuronale Autoantikörper konnten niedrigtitrig ebenfalls bei Tumorpatienten ohne PNS festgestellt werden und scheinen mit einer verbesserten Prognose einherzugehen. Wir untersuchten Hodgkin-Lymphom-Patienten ohne und mit PNS auf das Vorkommen antineuronaler Autoantikörper und ob bei vorhandenen Autoantikörpern daraus eine verbesserte Prognose resultiert. Methoden: Die Seren von 67 Hodgkin-Patienten ohne bekanntes PNS und 5 Seren von Hodgkin-Patienten mit bekanntem PNS (3 PCD; 1 limb. Enzephalitis; 1 Polyneuropathie) wurden untersucht. Seren von gesunden Erwachsenen dienten als Kontrollen. Die Autoantikörperdiagnostik wurde mittels Immunfluoreszenz, Western Blot und Durchflusszytometrie durchgeführt. Resultate: 4 der 5 Hodgkin-Patienten mit PNS wiesen antineuronale Autoantikörper auf. 2 PCD-Patienten waren anti-Tr positiv. Die Patienten mit Polyneuropathie und limb. Enzephalitis zeigten beide einen atypischen neuronalen Antikörper. Bei den Hodgkin-Patienten ohne PNS wiesen 6/67 (8.9%; Kontrollen: 2.2%; n.s.) einen antineuronalen Antikörper auf. Davon könnte einer ein anti-Tr Antikörper sein. 10/67 (14.9%) zeigten einen antinukleären Antikörper (Kontrollen: 23.9%; n.s.). Durchflußzytometrisch hatten mehr Hodgkin-Patienten (29.9%; 20/67) einen Antikörper gegen ubiquitäre Oberflächenepitope im Vergleich zu den Kontrollen (8.7%; 4/46) (p<0.01). Neuronale Zelloberflächenantikörper zeigten sich bei 22.4% (15/67) der Hodgkin-Patienten im Gegensatz zu 10.9% (5/46) der Kontrollen (n.s.).Diskussion: Paraneoplastische neurologische Syndrome bei M. Hodgkin sind mit hochtitrigen antineuronalen Autoantikörpern assoziiert. Handelt es sich um eine paraneoplastische Kleinhirndegeneration, so ist es meist der anti-Tr Antikörper, was hier bestätigt werden konnte. Mit dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass auch bei Hodgkin-Patienten ohne PNS antineuronale Antikörper vorkommen, und zwar mit geringem Titer. Eine bessere Tumorprognose in Zusammenhang mit diesen Antikörpern (wie z.B. für Anti-Hu bekannt), konnte in dieser Studie nicht festgestellt werden. Als weitere Tumor-assoziierte Antikörper wurden antinukleäre Antikörper (ANA) in vorhergehenden Studien beschrieben. Diese können ebenfalls mit einer verbesserten Prognose einhergehen. Auch in dieser Studie zeigten sich bei den Hodgkin-Patienten ohne PNS antinukleäre Antikörper und auch Antikörper gegen ubiquitäre Oberflächenepitope. Es wurde auch für diese Antikörper keine Korrelation zu einem prognostischen Effekt festgestellt. Die erhöhte unspezifische AK-Produktion könnte speziell beim Hodgkin-Lymphom auch durch eine Dysregulation der entarteten B-Zellen verursacht sein, wofür allerdings keine weiteren Hinweise gefunden werden konnten.

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