Nachweis und Einfluss von Matrix-Metalloproteinasen bei der Parodontitis des Hundes

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Die Literaturübersicht der vorliegenden Arbeit behandelt die Anatomie der Mundhöhle, der Zähne und des Zahnhalteapparates des Hundes sowie die Pathogenese und Bedeutung der Parodontitis. Im Folgenden werden die Enzymfamilie der Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) und ihre Inhibitoren, die TIMPs, vorgestellt sowie ihre Rolle bei der kaninen und humanen Parodontitis sowie verschiedener weiterer Erkrankungen dargelegt.Auf Grundlage der vorwiegend humanmedizinischen Literatur wurde folgende Hypothese aufgestellt: Bei der Parodontitis des Hundes kommt es abhängig vom Schweregrad der Erkrankung zu einer gesteigerten Expression von MMPs und zu einer verminderten Expression von TIMPs in der gingivalen Schleimhaut. Zur Überprüfung dieser Hypothese wurden 57 Hunde einer klinischen und radiologischen Untersuchung der Mundhöhle unterzogen. 12 Hunde wiesen eine gesunde Gingiva und ein gesundes Parodont auf, 20 Hunde eine Gingivitis und 25 Hunde eine gering-, mittel- oder hochgradige Parodontitis. Von den untersuchten Hunden wurden Gingivabioptate gewonnen und diese histologisch mittels HE-gefärbter Präparate untersucht. 12 Hunde wiesen eine physiologische Gingiva auf, in den restlichen Fällen konnte eine gering-, mittel- oder hochgradige Entzündung der gingivalen Schleimhaut festgestellt werden. Die immunhistologische Darstellung von MMP-2, -3, -8 und -9 sowie von TIMP-1 und TIMP-2 erfolgte mittels Avidin-Biotin-Peroxidase-Komplex-Methode. Es wurde eine lichtmikroskopische Auswertung der HE-gefärbten und der immunhistologischen Präparate durchgeführt und die Ergebnisse statistisch ausgewertet.Es bestehen statistisch signifikante, positive Zusammenhänge zwischen dem histologisch ermittelten Entzündungsgrad und dem immunhistologischen Signal von MMP-8 und MMP-9 in der subepithelialen Lamina propria in ihrer Gesamtheit, dem immunhistologischen Signal von MMP-2, -3, -8 und -9 in Entzündungszellen der subepithelialen Lamina propria, dem immunhistologischen Signal von MMP-9 in der mittleren Lamina propria in ihrer Gesamtheit sowie dem immunhistologischen Signal von MMP-2 und MMP-9 in Entzündungszellen der mittleren Lamina propria. Zudem bestehen statistisch signifikante, positive Zusammenhänge zwischen Veränderungen im Kollagenfasergehalt und dem immunhistologischen Signal von MMP-2, -8 und -9 in Entzündungszellen der subepithelialen Lamina propria sowie dem immunhistologischen Signal von MMP-9 in der subepithelialen und mittleren Lamina propria in ihrer Gesamtheit.Die aufgestellte Hypothese, dass es bei der Parodontitis des Hundes abhängig vom Schweregrad der Erkrankung zu einer gesteigerten Expression von MMPs in der gingivalen Schleimhaut kommt, kann somit für MMP-2, -3, -8, und -9 an den genannten Lokalisationen bestätigt werden.Bezüglich TIMP-1 und TIMP-2 können keine entsprechenden statistisch signifikanten Zusammenhänge festgestellt werden. Es bestehen jedoch an verschiedenen Lokalisationen statistisch auffällige, negative Zusammenhänge zwischen TIMP-1 bzw. TIMP-2 und dem klinischen Grad der Parodontalerkrankung, zwischen TIMP-1 und dem histologisch ermittelten Entzündungsgrad sowie zwischen TIMP-1 und Veränderungen im Kollagen-fasergehalt. Außerdem besteht ein statistisch auffälliger, positiver Zusammenhang zwischen dem histologisch ermittelten Entzündungsgrad und dem immunhistologischen Signal von TIMP-2 in den Zellen der mittleren Lamina propria in ihrer Gesamtheit.Die Hypothese, dass es bei der Parodontitis des Hundes abhängig vom Schweregrad der Erkrankung zu einer verminderten Expression der TIMPs in der gingivalen Schleimhaut kommt, kann somit mit Einschränkungen bestätigt werden.Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in der vorliegenden Arbeit die Expression von MMP-2, -3, -8 und -9 sowie von TIMP-1 und TIMP-2 in der kaninen gingivalen Schleimhaut dargestellt wurde. Im Rahmen der Parodontitis kommt es zu einer verstärkten Expression der untersuchten MMPs und einer tendenziell verminderten Expression der TIMPs. Es lässt sich schlussfolgern, dass es bei Vorliegen einer Parodontitis zu einer tendenziell verminderten Inhibition der MMPs durch die TIMPs kommt und MMP-2, -3, -8 und -9 zur Zerstörung des parodontalen Halteapparates bei der Parodontitis des Hundes beitragen.

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