Retrospektive Datenanalyse zur Diagnostik und Therapie von malignen Speicheldrüsentumoren und deren Auswirkung auf die Überlebenszeit

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In dieser Arbeit wurde ein großes Kollektiv von malignen epithelialen Speicheldrüsentumoren erfasst und hinsichtlich prognostischer Faktoren ausgewertet. Ziel war es die Grundlage einer prospektiven Studie für eine vereinfachte, sinnvolle Diagnostik und eine individualisierte Therapie zu schaffen.Es wurde eine unizentrische Analyse (N=325) auf Grundlage von GTDS Daten maligner epithelialer Speicheldrüsentumoren der HNO Klinik der Uniklinik Gießen von 1972 bis 2014 durchgeführt sowie eine multizentrische Betrachtung zu Parotiskarzinomen (N=752) aus den HNO Kliniken der Unikliniken Gießen, Jena, Ulm, Bonn und Köln von 1953 bis 2015. Es wurde den Fragestellungen nachgegangen, welche Histologien nach den WHO Klassifikationen von 2005 und 1991 vergeben wurden, ob Unterschiede in der Therapieentscheidung erkennbar waren und ob die gewählten Therapieverfahren mit dem Gesamtüberleben korrelierten. Es wurde die Überlebenszeitanalyse nach der Kaplan-Meier-Methode und eine Cox-Regressionsanalyse durchgeführt.In unseren Ergebnissen traten maligne Speicheldrüsentumoren häufiger in höherem Alter (>61 Jahre), bei Männern und in niedrigen UICC Stadien (I/II) auf. Die häufigste Lokalisation war die Parotis. Unizentrisch kam vorwiegend das PEC vor, besonders in den kleinen Speicheldrüsen, multizentrisch am häufigsten das ANOS. Nur 37% (WHO 2005) bzw. 56% (WHO 1991) der Entitäten wurden mehr als einmal diagnostiziert. Therapie der Wahl mit der signifikant besten Prognose war die radikale primäre Operation. Multizentrisch ergab sich für die adjuvante Therapie ein signifikant besseres Gesamtüberleben im Vergleich zur palliativen Therapie. Zusammenfasend lässt sich sagen, dass ein hohes Erkrankungsalter, das männliche Geschlecht, Tumore der kleinen Speicheldrüsen, die Histologie PEC, ein hohes UICC Stadium und keine operative Therapie negativ prognostische Faktoren sind. Die primäre radikale Operation in niedrigem Tumorstadium korreliert mit einem verbesserten Gesamtüberleben, daher ist die Früherkennung von enormer Wichtigkeit. Die gültige WHO-Klassifikation verkompliziert die Diagnostik und hat keine Konsequenz für die Wahl des Therapieverfahrens und das Gesamtüberleben. Eine Reduktion auf nur sechs Entitäten erscheint daher sinnvoll. Insgesamt ist eine flächendeckende, deutschlandweit einheitliche Dokumentation notwendig, um große Kollektive bei seltenen Tumorerkrankungen statistisch auswerten und prospektive Studien durchführen zu können.

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