Komplikationen der Endoskopisch Retrograden Cholangiopankreatographie (ERCP) sowie der Endoskopischen Papillotomie (EPT) und ihr Zusammenhang mit bekannten Vorerkrankungen und untersuchungsabhängigen Risiken

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Die Ergebnisse einer retrospektiven Auswertung von 333 Patienten, die sich zwischen 1997 und 1998 in der Medizinischen Klinik III und Poliklinik des Klinikums der Justus-Liebig-Universität Gießen eine ERCP/EPT unterzogen haben, wurden dargestellt. Schwerpunkt der Studie war die Erfassung und Analyse der Komplikationen und ihr Zusammenhang zu bekannten Vorerkrankungen und untersuchungsabhängigen Risiken.Die Erfolgsrate der Gallengang- und/oder Pankreasgangdarstellungen lag bei 97,3%. Die hohe Erfolgsrate ist am ehesten auf die große Erfahrung der Untersucher zurückzuführen. Insgesamt traten bei 29 Patienten Komplikationen auf. Das entspricht einer Komplikationsrate von 8,7%. Die am häufigsten zu beobachtende Komplikation stellte mit 5,7% die Post-ERCP Pankreatitis dar, gefolgt von der Cholangitis, auf die eine Häufigkeit von 1,8% entfiel. Die Papillenblutung und die Perforation traten in jeweils 0,6% der Fälle auf und nehmen somit den 3.Platz ein. Komplikationen mit letalem Ausgang wurden nicht registriert. Asymptomatische Hyperamylasämien wurden bei 16,5% der Untersuchungen nachgewiesen. Als wichtigste Risikofaktoren zur Entwicklung einer Hyperamylasämie konnten wir folgende ermitteln: ERP, Precut-Papillotomie, Schnittrichtung auf den Ductus pancreaticus, akute Pankreatitis, chronische Pankreatitis, Konkremente im DP, Pankreaspseudozysten, Pankreas divisum, Periduktale Fibrose, Abbruch des DP, Pankreas-Neoplasie, Öffnung des DP kleiner als der verwendete Katheter. Eine Pankreatitis entwickelten Patienten nach EPT häufiger als nach ERCP bzw. ERC. Auch hier war die Schnittrichtung von Bedeutung, wo diese Komplikation beim Schneiden in Richtung des Ductus pancreaticus häufiger auftrat als in Richtung des DHC. Bei alleiniger Darstellung des Pankreasganges war kein einziger Fall zu verzeichnen. Nach diesen Beobachtungen ist eine erfolgreiche Sondierung und Darstellung des Pankreasganges keine notwendige Voraussetzung für die Entwicklung einer Post-ERCP Pankreatitis. Unter den patientenbezogenen Risikofaktoren fanden wir folgende heraus: präoperatives Fieber, Mikrolithen im DHC und juxtapapilläres Divertikel. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass die Entwicklung einer Cholangitis als Untersuchungskomplikation ohne vorherige Kanülierung und Kontrastierung des Ductus choledochus nicht zu erwarten ist. Eine alleinige ERP oder die Papillotomie in Richtung Ductus pancreaticus wurden ursächlich nicht ermittelt.Wir konnten ferner folgende Risikofaktoren zur Entwicklung einer Cholangitis herausfinden: negatives Cholecystogramm, Divertikel, DHC-Mikrolithen, chronische Pankreatitis, Konkremente im DP und Papillitis. In beiden Fällen wurde die Papillenblutung nach EPT in Richtung DHC beobachtet und folgende Risikofaktoren ermittelt: chronische Pankreatitis, exokrine Pankreasisuffizienz, Papillenstenose, DHC- und DP-Öffnung kleiner als der verwendete Katheter. Bei beiden Patienten, die eine Perforation als Untersuchungskomplikation entwickelten, wurden die in der Literatur bereits beschriebenen Risikofaktoren beobachtet, nämlich die Endoskopische Papillotomie und das Vorliegen peripapillärer Divertikel.

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Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2004

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