Die Altersbestimmung von humanen Proben ist besonders für die Anthropologie und forensische Medizin von hoher Relevanz. In der vorliegenden Arbeit wurde eine neue Methodik zur Altersbestimmung betrachtet, die anhand von radiologischem Bildmaterial menschlicher Kalotten von Leichnamen aus der Rechtsmedizin durchgeführt wurde. Die radiologische Untersuchung des humanen Knochenmaterials wurde mit einem hochauflösendem VCT durchgeführt. Ziel war es einen potentiellen Bildmarker zu evaluieren, anhand dessen man eine Methodik zur Altersbestimmung entwickeln oder verbessern kann. Hierbei wurde die Streuung der lokalen fraktalen Dimensionswerte Dl als morphologischer Klassifizierungs-Parameter untersucht. Retrospektiv betrachtet wurden von insgesamt 341 Schädelkalotten, 317 Kalotten erwachsener Personen (112 weiblich, 205 männlich). Aufgrund der kleinen Anzahl der unter 20-Jährigen Probanden (24 Kalotten) wurde auf deren Auswertung verzichtet. Ferner wurden 100 verschiedene numerisch konstruierte Fraktale selbst erstellt. Die MR-Analyse wurde angewandt, um sowohl die fraktale Dimension, als auch die Streuung von Dl des humanen Probenmaterials und der eigens konstruierten Fraktale zu bestimmen. Die Daten der Proben wurden getrennt nach frontalem und okzipitalem Anteil der Kalotten, sowie separat nach Geschlecht evaluiert. Anschließend wurden die Werte für die Korrelationen zwischen dem Alter und der fraktalen Dimension sowie den Werten für die Streuung der lokalen fraktalen Dimension Dl ermittelt. Die Daten der Kalottenhälften lieferten weder bei den weiblichen, noch bei den männlichen Leichen brauchbare Ergebnisse für den untersuchten Bildmarker im Rahmen einer Altersklassifikation. Die Korrelationskoeffizienten nach Pearson und Spearman ergaben Werte zwischen -0,064 und 0,051 bei den weiblichen und -0,011 und 0,145 bei den männlichen Probanden. Um eine mögliche Korrelation bei den numerisch konstruierten Fraktalen hinsichtlich ihrer Morphologie betrachten zu können, wurden diese aufsteigend ihrer Werte für die Streuung der lokalen fraktalen Dimension Dl sortiert und abgebildet. Ebenso wie bei den Kalottenhälften ließ sich aus den konstruierten Fraktalen keine Systematik hinsichtlich der Streuwerte erkennen. Aufgrund der nicht erkennbaren Korrelationen eignet sich der in der vorliegenden Arbeit evaluierte Bildmarker nicht zur Altersbestimmung. Eine Optimierung oder Kombination mit anderen Methoden erscheint nicht sinnvoll und liefert keinen neuen Ansatz.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen