Ableitung des Selenbedarfs wachsender Meerschweinchen (Cavia porcellus)

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Der Selenbedarf des Meerschweinchens wurde in der Vergangenheit von dem derRatte abgeleitet und wurde für wachsende und ausgewachsene Meerschweinchen mit 0,15 mg/kg Futtermittel angegeben (NRC 1995). Da beide Tierarten auf Grund zahlreicher Unterschiede im antioxidativen Stoffwechsel nur begrenzt miteinander vergleichbar sind, wurde in dieser Arbeit der Selenbedarf für wachsende Meerschweinchen abgeleitet. In einem Fütterungsversuch wurden sechs Versuchsgruppen à 7 Tiere gebildet, die mit einem selenarmen Basisfutter oder diesem Futter mit einer Selenzulage von 0,05; 0,10; 0,15; 0,20; 0,25 mg/kg FM als Natriumselenat für 10 Wochen gefüttert wurden. Eine zusätzliche Gruppe à 7 Tiere wurde zu Versuchsbeginn als Ausgangsgruppe geschlachtet, um den initialen Selenstatus zu beurteilen. Während der zweiten Versuchswoche wurde es notwendig, eine zusätzliche Rohfaserquelle in Form von Heu und später Stroh anzubieten. Zu Versuchsende wurden die Aktivitäten der Selenoenzyme Glutathionperoxidase (cGPx, pGPx und phospholipidhydroperoxid-reduzierende Aktivität), Thioredoxinreduktase und Deiodinase Typ 1 bestimmt. Weiterhin wurden die Parameter des antioxidativen Stoffwechsels Glutathionreduktase und Glutathion S-Transferase in Leber und Niere, Katalase in der Leber, Vitamin E- und Vitamin C Konzentration im Plasma, Glutathionkonzentration in der Leber und die thiobarbitursäurereaktiven Substanzen in der Leber gemessen. Diese weiteren Parameter wurden weder durch einen Selenmangel noch durch die unterschiedlichen Selenzulagen beeinflusst. Lediglich der prozentuale Anteil der selenunabhängigen GPx an der Gesamt-Glutathionperoxidase in Leber und Niere war durch einen Selenmangel höchstsignifikant erhöht. Dies lässt auch beim Meerschweinchen auf eine Kompensation des mangelbedingten cGPx-Aktivitätsverlustes schließen, obwohldieser im Vergleich zur Ratte relativ gering ist und natürlicherweise auch in Zeiten ausreichender Selenversorgung durch die tierartlich hohe Katalase- und Glutathion S-Transferase-Aktivität ausgeglichen wird. Ein Selenmangel beeinflusste weder die Gewichtsentwicklung noch den Hämatokritwert und die Hämoglobin-Konzentration der Tiere. Bei fast allen Selenoenzymen war die maximale Aktivität bereits bei einer Selenzulage von 0,05 mg/kg FM erreicht. Lediglich die Aktivitäten der cGPx in Herzund Lysat und der TrxR in der Niere ließen sich durch höhere Selenzulagen noch weiter steigern. Für diese drei Parameter wurde eine Broken-Line-Analyse durchgeführt. Die drei errechneten Werte lagen nahe beieinander und ergaben für die cGPx im Herzen 0,062 (SD 0,009), im Lysat 0,058 (SD 0,013) und für die TrxR in der Niere 0,061 (SD 0,013) mg Selen/kg FM. Unter Einbeziehung der Standardabweichung und einer geringen zusätzlichen Selenzufuhr durch das aus diätetischen Gründen beigefütterte Stroh wurde der Selenbedarf für wachsende Meerschweinchen auf 0,08 mg Se/kg FM unter der Vorraussetzung einer ausreichenden Vitamin E-Zufuhr festgelegt. Da das Meerschweinchen nur eine geringe SeGPx-Aktivität besitzt, erscheint es empfehlenswert, einen Teil der Selenzufuhr als Selenomethionin anzustreben, um Selenspeicher im Muskelgewebe anzulegen. Inwieweit sich ein Selenmangel oder unterschiedliche Selenzulagen auf dieGenexpression der Selenoenzyme auswirken, kann erst gezeigt werden, wenn die Ursache für die durch die Tierspezies bedingte geringe SeGPx-Aktivität aufgeklärt worden ist und weitere Selenoenzyme des Meerschweinchens isoliert und charakterisiert worden sind, um passende Primer für Expressionsanalysen herstellen zu können. Die vorliegende Arbeit zeigt deutlich, dass der antioxidative Stoffwechsel von Ratte und Meerschweinchen nicht vergleichbar ist und eine Ableitung des Selenbedarfs von der Ratte für das Meerschweinchen zu einer Überschätzung von fast 50 % führt. Auf Grund fehlender Selenspeicher ist das Meerschweinchen im Gegensatz zur Ratte jedoch in besonderem Maße auf eine kontinuierliche Selenzufuhr angewiesen.

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